Kurzlink: www.bra.nrw.de/3591918
Bereich: Pressearchiv > 2017 > Mai

29.05.2017

Sicherung historischer Unterlagen des Steinkohlebergbaus

Besichtigung des neuen Rissarchivs im Saarland Gehört zum Bereich Energie, Bergbau

Die Bezirksregierung Arnsberg steht in den kommenden Jahren vor der Aufgabe, Risse und weitere historische Unterlagen des NRW-Bergbaus klimatisch und räumlich optimiert dauerhaft zu lagen.

Bei einer Besichtigung des Rissarchivs für das stillgelegte Steinkohlenrevier im Saarland informierte sich Friedrich Wilhelm Wagner, Leiter der Abteilung Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg, daher nun über das neu gebaute Archiv der RAG in Ensdorf/Saar.

Nach dem Ende der Steinkohlengewinnung im Saarland im Jahre 2012 wurde auf dem Gelände des ehemaligen Bergwerks Saar, am Standort Duhamel in Ensdorf ein Archivkubus in einer historischen Maschinenhalle für die Aufbewahrung von rund 100.000 Rissen, Karten und Plänen des saarländischen Bergbaus gebaut. Das Projekt konnte in der freigezogenen ehemaligen Maschinenhalle in enger Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz als „Haus in Haus“ –Lösung verwirklicht werden. Der fensterlose Kubus bietet in seinem Inneren, die für eine Archivierung der teilweise mehrere hundert Jahre alten historischen Risswerke und Karten, die klimatisch optimalen Bedingungen.

In NRW müssen in den kommenden Jahren noch weitaus mehr Unterlagen eingelagert werden. „Zu den schon vorhandenen Unterlagen in Dortmund kommen bis zum Jahr 2020 weitere rund 100.000 Risse und historische Unterlagen aus dem Landesarchiv NRW hinzu, die thematisch und räumlich zusammengeführt werden müssen. Wir sprechen dann von ca. 300.000 Rissen und weiteren historischen Unterlagen“, so Gabriele Seitz, zuständige Dezernentin bei der Bezirksregierung Arnsberg. Man stößt damit an Grenzen. „Wir haben aktuell nicht mehr die Möglichkeit, alle Unterlagen in den vorhandenen Räumen unterzubringen, eine dauerhafte Lösung und Berücksichtigung der erforderlichen Klimatisierung ist dringend geboten. Wir werden daher in den kommenden Monaten prüfen, welche Standorte für das Bergarchiv NRW geeignet sein könnten“, so Friedrich Wilhelm Wagner. Erste Gespräche dazu haben bereits mit der Landesregierung stattgefunden.

Die landesweit zuständige Abteilung Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg ist gesetzlich dazu verpflichtet, im Rahmen der unmittelbaren Gefahrenabwehr den Zugriff auf Informationen über die bergbauliche Situation unter Tage zu gewährleisten. Insbesondere im Bereich des Altbergbaus werden bei auftretenden Tagesbrüchen die alten Grubenbilder ausgewertet. Im Rahmen des Risikomanagements Altbergbau werden präventive Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und zum Schutz der Bevölkerung anhand der Auswertungen von alten Grubenbildern erarbeitet. Darüber hinaus werden jährlich rund 7.000 Anfragen im Vorfeld von landesweiten Planungs-und Baumaßnahmen beantwortet. Auch hier ist die Auswertung von alten Unterlagen unerlässlich.

  

Bildhinweis:
Blick in das neue Rissarchiv für das stillgelegte Steinkohlenrevier im Saarland



Info-Bereich

Ansprechpartner/innen:

Kurzlink zu dieser Seite: www.bra.nrw.de/3591918