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Berufskollegs: KMK-Zertifikat Fremdsprachen Gehört zum Bereich Bildung, Schule

KMK-Rahmenvereinbarung

über die Zertifizierung von Fremdsprachenkenntnissen in der beruflichen Bildung

Für die Zertifizierung von Fremdsprachenkenntnissen in der beruflichen Bildung haben sich die Länder in der KMK (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 20.11.1998) auf eine Rahmenvereinbarung verständigt, die mit Hilfe des Europäischen Referenzrahmens Fremdsprachenprüfungen in verschiedenen Kompetenzbereichen und auf verschiedenen Niveaustufen beschreibt.

Auf der Grundlage dieser Rahmenvereinbarung können berufliche Schulen auf freiwilliger Basis - unabhängig von einer Benotung der Fremdsprachenkenntnisse im Zeugnis  und von der Teilnahme an einem Vorbereitungskurs - eine Prüfung anbieten, in der sich Schülerinnen und Schüler ihre Fremdsprachenkenntnisse gesondert zertifizieren lassen können. Die Prüfung kann auf drei verschiedenen Niveaustufen durchgeführt werden. Diese orientieren sich an den Stufen

Waystage (Niveau I) - Threshold (Niveau II) - Vantage (Niveau III) -
Effectiv Operational User (Niveau IV)

die vom Europarat im Europäischen Referenzrahmen für das Lernen und Lehren von Fremdsprachen aufgeführt werden. Innerhalb jeder Niveaustufe sind vier Kompetenzbereiche festgelegt (vgl. auch unten Kompetenzbereiche der Niveaustufen):

Rezeption:
Fähigkeit, gesprochene und geschriebene fremdsprachliche Mitteilungen zu verstehen

Produktion:
Fähigkeit, sich mündlich und schriftlich in der Fremdsprache zu äußern

Interaktion:
Fähigkeit, Gespräche zu führen und zu korrespondieren,

Mediation:
Fähigkeit, durch Übersetzung oder Umschreibung mündlich oder schriftlich zwischen Kommunikationspartern zu vermitteln.

Je Niveaustufe kann die Prüfung differenziert nach den Erfordernissen der verschiedenen Berufsbereiche (kaufmännisch-verwaltende Berufe, gewerblich-technische Berufe, gastgewerbliche Berufe) durchgeführt werden. Innerhalb der Berufsbereiche können weitere Konkretisierungen bis zur Ebene eines einzelnen Berufes vorgenommen werden. Die Niveaustufen und ihre Kompetenzen sind somit an internationalen Standards orientiert. Die Zertifikate sind daher auch ein Schritt zur supranationalen Akzeptanz von nationalen Abschlüssen und verbessern damit die Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem europäischen Arbeitsmarkt. 

Die Zertifikatsprüfung

Die Prüfungen bestehen aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.

In der schriftlichen Prüfung werden i. d. R. die Kompetenzbereiche Rezeption, Produktion und Mediation bearbeitet. Für Prüfungen in den einzelnen Niveaustufen gelten die folgenden Zeiten:

  • Niveau I - 60   Minuten
  • Niveau II - 90   Minuten
  • Niveau III - 120 Minuten
  • Niveau IV - 150 Minuten

Die Aufgabenteile für die drei Kompetenzbereiche werden wie folgt gewichtet:

  • Rezeption ca. 40 %
  • Produktion ca. 30 %
  • Mediation ca. 30 %

In der mündlichen Prüfung ist i. d .R. der Kompetenzbereich Interaktion zu bearbeiten. Folgende Zeiten gelten für die einzelnen Niveaustufen:

  • Niveau I - 15 Minuten
  • Niveau II - 20 Minuten
  • Niveau III - 25 Minuten
  • Niveau IV - 30 Minuten

Mündlich wird i. d. R. in Gruppen von (maximal) zwei Prüflingen geprüft. Die o. g. Prüfungszeit kann sich dadurch geringfügig verlängern. Alle Aufgaben (schriftlich und mündlich) entsprechen einer typischen beruflichen Handlungssituation. Als Hilfsmittel ist in beiden Prüfungsteilen ein allgemeines zweisprachiges Wörterbuch zulässig. Die schriftliche und die mündliche Prüfung sind bestanden, wenn jeweils mindestens die Hälfte der ausgewiesenen Punktzahl erreicht wird. Die Prüfung ist bestanden, wenn der schriftliche und der mündliche Prüfungsteil bestanden sind; ein Ausgleich ist nicht möglich. Wer die Prüfung bestanden hat, erhält ein Zertifikat.


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