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Bereich: Energie, Bergbau > Energietechnologie

Ölschaden in Gronau-Epe Gehört zum Bereich Energie, Bergbau

Auf dem Gebiet der nordrhein-westfälischen Städte Ahaus und Gronau (Kreis Borken) liegt das Salzbergwerk Epe. Die Salzgewinnungsgesellschaft Westfalen mbH (SGW) fördert seit 1971 aus über 1.000 bis 1.500 m tiefen Bohrungen Salz. Die dabei entstehenden Hohlräume werden seit 1974 als unterirdische Speicher für Erdgas und Erdöl genutzt.

Die Bergbehörde des Landes Nordrhein-Westfalen, Abteilung Bergbau und Energie in NRW der Bezirksregierung Arnsberg, ist für die Genehmigung und Beaufsichtigung der Salzgewinnung und Nutzung der Kavernen als Rohstoffspeicher zuständig.

Schadensereignis am 12. April 2014

Am 12. April 2014 wurde wenige hundert Meter von der Erdölkaverne S 5 in Gronau-Epe an der Tagesoberfläche an drei Stellen Erdöl entdeckt. Sofort wurde Ölalarm ausgelöst. Die notwendigen Sicherungsmaßnahmen, wie Ölsperren und Ölabsaugungen, wurden ebenfalls unverzüglich eingeleitet.

Unmittelbar nach den Ölfunden wurden die Kavernen in einen sicheren druckreduzierten Zustand übergeführt. Die ausgetretenen Öl-Wasser-Gemische wurden abgesaugt und die verunreinigten Bodenmassen ausgehoben. Insgesamt sind ca. 73 Kubikmeter Öl (Ölanteil in Erdaushubmassen und in den Öl-Wasser-Gemischen) entsorgt worden. Parallel zu diesen Maßnahmen wurde zur weiteren Schadeneingrenzung eine durchschnittlich 3.5 Meter tiefe Dichtwand mit einer Gesamtlänge von 1570 Metern um die Ölaustrittstellen gebaut.

Die Bergbehörde und die sachverständigen Gutachter haben als Schadensursache eine defekte Verbindung in der Rohrleitung zur Rohölkaverne S 5 in 217 Meter Tiefe identifiziert. Nach den Erkenntnissen der Experten handelt es sich nicht um einen systematischen Fehler, sondern um das Zusammentreffen von lokalen gebirgsmechanischen Bewegungen und einem Material –oder Verschraubungsfehler an einer einzelnen Rohrmuffe (Gewinde zur Verschraubung zweiter Rohre).

Nach der Durchführung der Sofortmaßnahmen und umfänglichen, gutachterlich begleiteten Untersuchungen zur Schadensursache und Schadensbeseitigung steht seit Ende 2014 die Erarbeitung eines umfassenden Sanierungskonzeptes im Mittelpunkt der Arbeiten in den verschieden Experten-und Kompetenzteams. Geologen haben die Ausbreitungswege des Öls genau analysiert und in einem geologischen Modell abgebildet. Auf der Basis der umfänglich durchgeführten Untersuchungen und gutachterlichen Erkenntnisse wird ein zusammenfassender Abschlussbericht erstellt. Dieser dient als Grundlage für die durch ein Monitoring begleiteten weiteren Sanierungsarbeiten.

Wiederherstellung von Flächen

Die geschädigten Landschaftsflächen im Bereich der Ölfundstellen werden durch die Durchführung verschiedener Landschaftsschutzmaßnahmen wiederhergestellt.

Mit ersten Maßnahmen zur Renaturierung des Gebietes wurde begonnen.

Die Baustellen im Bereich der Ölfundstellen wurden verkleinert. Nordwestlich der Fundstelle 2 (Waldteich) und im Bereich der Dichtwand wurden Teilflächen wiederaufgeforstet. Landwirtschaftliche Nutzflächen als Grünland an den Fundstellen 1 (Weide) und 3 (Hofbereich) wurden im Jahr 2015 wieder hergestellt.

Die Bezirksregierung Arnsberg hat mit den zuständigen Behörden, Institutionen und den Naturschutzverbänden darüber hinaus als Ausgleichsmaßnahme für den Eingriff in das EU-Vogelschutzgebiet, einen standortgerechten Waldumbau südlich der Fundstelle 2 vereinbart. Mit der Umwandlung wurde im Frühjahr 2015 begonnen.

Zur weiteren Kompensation wird im Laufe des Jahres 2016 eine Ackerfläche östlich der Ölfundstellen in eine Naturschutzfläche mit Laubwald, Grünland und zwei Kleingewässern umgewandelt.

Die Bezirksregierung Arnsberg hat von Beginn des Ölschadens an eine konsequent transparente Information der Öffentlichkeit durchgeführt. Betroffene vor Ort und die Medien wurden zeitnah durch Pressemitteilungen und tägliche, später wöchentlich aktualisierte Infoblocks im Internet informiert (siehe auch Rückschau Lageberichte).

Zu jeder Zeit stand und steht die Sicherheit der Bevölkerung und der Schutz der Umwelt im Mittelpunkt des Handelns. Durch das gemeinsame Krisenmanagement aller beteiligten Stellen konnte eine Gefährdung durch das ausgetretene Öl ausgeschlossen werden.


Weiterführende Informationen

Daten und Faktenwww.bra.nrw.de/3090258

Daten und Fakten zur Kavernenspeicherung in Gronau-Epe.

Fragen und Antworten zum Ölschaden in Gronau-Epewww.bra.nrw.de/2519477

Fragen zum Ölschaden in Gronau-Epe, die an die Bezirksregierung Arnsberg herangetragen wurden. Dokumentation der wichtigsten Fragen und Antworten.

Lageberichte - Rückschauwww.bra.nrw.de/2514033

Die Lageberichte zum Ölschaden in Gronau-Epe


Info-Bereich

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