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04.04.2011

Raumordnungsverfahren für Hochspannungsleitung

Die Planungen für den Bau einer neuen Höchstspannungsfreileitung zwischen Dortmund und dem rheinland-pfälzischen Betzdorf-Dauersberg beginnen in diesen Tagen mit einem ersten wesentlichen Verfahrensabschnitt, dem Raumordnungsverfahren.

Hochspannungsleitung

Es wird von der  Bezirksregierung Arnsberg für den nordrhein-westfälischen Teil der Leitung federführend koordiniert. Die insgesamt 116 Kilometer lange Trasse verläuft von Dortmund über Hagen, Lüdenscheid, Herscheid, Attendorn, Kreuztal und Siegen bis nach Dauersberg in Rheinland-Pfalz und soll von der Amprion GmbH, einer Tochtergesellschaft des RWE-Konzern gebaut werden. Sie wird eine bereits bestehende

220-Kilovolt-Höchstspannungsleitung und eine 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung der RWE und der Deutschen Bahn ersetzen.

Die neue 110-/380-Kilovolt-Höchstspannungsfreileitung von Dortmund nach Betzdorf-Dauersberg ist Bestandteil des europäischen Höchstspannungsnetzes und soll den zunehmend umweltfreundlich erzeugten Strom aus den Windparks im Norden in die Verbraucherschwerpunkte im Süden Deutschlands transportieren. Die neuen Leitungskapazitäten sollen möglichen Übertragungsengpässen entgegenwirken.

Das Leitungsprojekt ist entsprechend den Vorgaben des Energieleitungsausbaugesetzes (EnLAG) als vordringlicher Bedarf und damit als energiewirtschaftlich notwendig eingestuft worden. Das EnLAG dient der Beschleunigung des Ausbaus des Höchstspannungsnetzes und folgt sowohl der europäischen als auch der bundesdeutschen Energiepolitik, das Leitungsnetz zukunftssicher zu machen und für eine leistungsfähige Integration des Stroms aus erneuerbaren Energien in die Netzinfrastruktur zu sorgen.

Das nun anstehende Raumordnungsverfahren (ROV) ist der erste Schritt in dem zweistufigen Zulassungsverfahren. In dem Verfahren wird die Trasse unter überörtlichen Gesichtspunkten auf ihre räumliche Verträglichkeit sowie die Vereinbarkeit mit anderen raumbedeutsamen Planungen überprüft. Dies schließt auch die Überprüfung von Trassenalternativen ein.

Ziel ist es, das gesetzlich festgeschriebene Vorhaben möglichst verträglich umzusetzen. Grundsätzlich soll die vorhandene Trasse der bestehenden 220-Kilovolt-Leitung genutzt werden. Wo es jedoch raumordnerisch und versorgungstechnisch sinnvoll erscheint, werden Trassenvarianten geprüft. Dabei gilt es, durch Bündelung von Infrastruktur neue Betroffenheiten möglichst gering zu halten. 

Im Raumordnungsverfahren besteht für den Bürger die Möglichkeit, sich eingehend über das Vorhaben zu informieren. Gleichzeitig bietet dieses Verfahren die erste Möglichkeit, grundsätzliche Anregungen zum groben Trassenverlauf vorzubringen.

Danach folgt in einem zweiten Planungsschritt die rechtsverbindliche und detaillierte Festlegung des Leitungsprojektes.

Das ROV wird in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz in zwei getrennten Verfahren durchgeführt. In NRW sind für das ROV zwei Regionalplanungsbehörden räumlich zuständig: der Regionalverband Ruhr (RVR) für die Städte Dortmund und Hagen sowie den Ennepe-Ruhr-Kreis und die Bezirksregierung Arnsberg für den Märkischen Kreis und die Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein. In enger Abstimmung der beiden Behörden wird jedoch nur ein Verfahren in NRW durchgeführt, aufgrund des höheren Streckenanteils federführend bei der Bezirksregierung Arnsberg.

Im April 2010 fanden zur Vorbereitung des jetzt beginnenden Verfahrens bereits zwei sogenannte Antragskonferenzen statt, an denen Behörden und öffentliche Stellen zum einen bereits frühzeitig über das Vorhaben informiert wurden und zum anderen die Möglichkeit hatten, Hinweise und Anregungen zum Trassenverlauf zu geben.

Die Antragsunterlagen des Raumordnungsverfahrens werden in der Zeit vom 11. April 2011 bis einschließlich 1. Juni 2011 an folgenden Stellen und während der üblichen Dienst-/Sprechzeiten zu jedermanns Einsicht öffentlich ausgelegt:

Bezirksregierung Arnsberg
Dezernat 32, Raum 100, Seibertzstraße 2, 59821 Arnsberg

Regionalverband Ruhr
Regionalplanung, Bibliothek, Kronprinzenstraße 35, 45128 Essen

Oberbürgermeister der Stadt Dortmund
Stadtplanungs- und Bauordnungsamt (DLZPB), Raum 517 bzw. 523, Burgwall 14, 44135 Dortmund

Oberbürgermeister der Stadt Hagen
Fachbereich Stadtentwicklung und Stadtplanung, Zimmer 403 (4. Stock), historisches Rathaus, Rathausstraße 11, 58095 Hagen

Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises
Koordinierungsstelle Planung, Zimmer 412, Kreishaus, Hauptstraße 92, 58332 Schwelm

Landrat des Märkischen Kreises
FB 1 Zentrale Steuerung, Raum 209, Heedfelder Str. 45, 58509 Lüdenscheid

Landrat des Kreises Olpe
Fachdienst Umwelt, Raum B 3.079, Westfälische Straße 75, 57462 Olpe

Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein
Wirtschaftsreferat - Technologiezentrum, Birlenbacher Str. 18, 57078 Siegen, Raum 1104


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