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14.02.2012

Energie- und rohstoffwirtschaftliches Symposium

„Breiter Konsens für die Energiewende“

Beim 2. Energie- und rohstoffwirtschaftlichen Symposium – veranstaltet von der Wirtschaftsförderung metropoleruhr, begleitet von der Bezirksregierung – herrschte über das Ziel Konsens: Die Energiewende muss gelingen. Erforderlich sei aber eine gemeinsame „Kraftanstrengung“, wie etwa Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann am Montag (13.2.) in Hagen erneut betonte.

Zuvor hatte Thomas Westphal, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung metropoleruhr GmbH, zur Begrüßung hervorgehoben: „Die Energiewende wird in den nächsten 30 bis 50 Jahren über die Entwicklung der Metropole Ruhr entscheiden.“ Im Idealfall könne die Energiewende zum „Fortschritts- und Innovationsmotor“ werden. 

Das möchte auch Harry K. Voigtsberger, NRW-Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr. Er sieht einen „breiten Konsens für die Energiewende“ – und damit auch für das Ziel, die Treibhausgase in NRW bis 2020 um 25 % und bis 2050 um 80 % zu reduzieren (im Vergleich zu 1990). Solange der Energiebedarf jedoch noch nicht aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden könne, seien – gerade in NRW – hocheffiziente Kohle- und Gaskraftwerke unverzichtbar. Denn: „Energie muss bezahlbar bleiben“, verwies Voigtsberger auf den Energiepreis als „wichtigen Standortfaktor“. Fakt sei derzeit noch: 200.000 Menschen im Land seien in energieintensiven Branchen tätig, 36.000 im Bereich der Erneuerbaren Energien. Fest stehe auch: „Ohne mehr Energieeffizienz wird die Energiewende nicht gelingen.“ 

RP Dr. Gerd Bollermann erläuterte auch beim Energie-Symposium eingeleitete Maßnahmen im Regierungsbezirk: von der Machbarkeitsstudie der Bezirksregierung und des Regionalrates Arnsberg zu den „Potenzialen Erneuerbarer Energien“ bis hin zur Einsetzung einer Projektgruppe bei der Bezirksregierung sowie einer Energiekommission beim Regionalrat (alles 2011). Zudem sei zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Arnsberger Energie-Dialog“ Anfang 2012 der „Klima-Netzwerker“ als regionaler Kümmerer vorgestellt worden – damit der erste feste Ansprechpartner, der im Auftrag der Energieagentur NRW in einem Regierungsbezirk des Landes tätig wird. Die Bezirksregierung als Planungs-, Genehmigungs- und Förderbehörde wolle „als Motor die regionalen Akteure vernetzen“, sagte Bollermann. Zum Ausbau der „Erneuerbaren“ will sie auch beitragen, indem sie den Kommunen einen verlässlichen Planungsrahmen bietet. Dafür sei der „Teilabschnitt Energie“ im Regionalplan Arnsberg (für Südwestfalen) ein wichtiger Ansatzpunkt. Im östlichen Ruhrgebiet sei eine enge Abstimmung mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) erforderlich. 

Hochkarätige Referate und Podiumsdiskussion 

Neben Minister Voigtsberger und Regierungspräsident Bollermann referierten beim „2. Energie- und rohstoffwirtschaftlichen Symposium“ zudem Ivo Grünhagen, Vorstandssprecher der Enervie-Gruppe (über „Projekte regionaler Energieversorger“), Jürgen Eikhoff als Vorstandsmitglied der RAG Aktiengesellschaft („Regenerative Energiepotenziale des Steinkohlenbergbaus“) sowie Prof. Dr. Christian Rehtanz von der Technischen Universität Dortmund („Energiekonzepte und Verteilnetze der Zukunft“) und Dr. Joachim Schneider als Vorstandsmitglied der RWE Deutschland AG („Netzausbau aus Sicht eines Betreibers“). Ein roter Faden durch die verschiedenen Referate: der Ausbau und die Modernisierung der Netze sowie das Problem der Energiespeicherung. 

Ebenfalls hochkarätig besetzt war die anschließende, von Bodo Zapp moderierte Podiumsdiskussion: Neben den beiden Fraktionschefs im Landtag, Norbert Römer (SPD) und Reiner Priggen (Grüne), nahmen CDU-Fraktionsvize Lutz Lienenkämper sowie Ivo Grünhagen (Enervie) und Dieter Faust als Gesamtbetriebsratsvorsitzender RWE Power AG teil. Der Tenor auch hier: weitgehender Konsens über die Notwendigkeit der Energiewende, Differenzen allenfalls über Detailfragen. 

Ein Fazit mit den Worten zweier Referenten: „Es ist unstrittig, wo das Ziel ist“ (Prof. Christian Rehtanz“), aber: „An vielen Stellen sind wir erst am Anfang dessen, was möglich ist“ (Jürgen Eikhoff). 

Bild: 2. Energie- und rohstoffwirtschaftliches Symposium, hier Bollermann, Westphal und Voigtsberger (v.l.).


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