Kurzlink: www.bra.nrw.de/1776163
Bereich: Pressearchiv > 2012 > Oktober

04.10.2012

Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop

Bürgerinitiativen über Gutachten zu Bergsenkungen informiert Gehört zum Bereich Energie, Bergbau

Die Bezirksregierung Arnsberg hat am Montag (01.10.) alle Interessensvertretungen und Initiativen der Bergbaubetroffenen in NRW zu einer Informationsveranstaltung nach Dortmund eingeladen.

Der Leiter der Abteilung Bergbau und Energie in NRW, Michael Kirchner, begrüßte dazu auch Prof. Dr. Wolfgang Busch von der TU Clausthal, einen der Gutachter hinsichtlich der Bergsenkungen im Bereich des Bergwerks Prosper-Haniel. Seine Studie war bereits am 6. September 2012 im Umweltausschuss der Stadt Bottrop vorgestellt worden.

„Das Gutachten beschäftigt sich mit den Ursachen der im Jahre 2010 festgestellten Senkungserscheinungen außerhalb des prognostizierten Einwirkungsbereichs des Bottroper Bergwerks Prosper-Haniel. Es dient der Ermittlung der Ursache und der flächenhaften Ausdehnung dieser Senkungen – insbesondere im Bereich der Ortschaft Kirchhellen“, so Michael Kirchner.

Unmittelbar nach Fertigstellung sei das Gutachten auf der Internetseite der Bezirksregierung Arnsberg veröffentlicht worden. Ebenso habe die Bezirksregierung sofort und umfassend die Stadt Bottrop und die Obleute im Unterausschuss Bergbausicherheit des Landtags NRW über die Ergebnisse informiert.

Michael Kirchner erläuterte, dass „die im Rahmenbetriebsplan dargestellten Einwirkungsbereiche auf Prognoseberechnungen des voraussichtlichen Senkungsgeschehens basieren“. Diese Prognosen wurden von der Bergbehörde im Zulassungsverfahren überprüft. Zur Überwachung der Grenze des prognostizierten Einwirkungsbereichs werden jährlich wiederkehrende punkt- und linienförmige Höhenbeobachtungen vorgenommen.

„Im April 2010 haben diese Überwachungsmessungen erstmals ergeben, dass an einzelnen an der Grenze des prognostizierten Einwirkungsbereichs des Bergwerks Prosper-Haniel gelegenen Messpunkten signifikante Senkungen eingetreten sind“, sagte Kirchner weiter. Prof. Dr. Axel Preuße von der RWTH Aachen sei in seinem Gutachten zu dem Schluss gekommen, dass die damaligen Prognoseberechnungen auch aus heutiger Sicht richtig und nicht zu beanstanden seien.

Mit dem Gutachten konnte jedoch die Ursache der im Bereich der Ortslage Kirchhellen festgestellten Bodenbewegungen nicht aufgeklärt werden. Die Bezirksregierung hat daraufhin ein weiteres Gutachten bei den Professoren Wolfgang Busch (TU Clausthal) und Wilhelm G. Coldewey (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) in Auftrag gegeben. Das Gutachten (siehe Downloadbereich) kommt zu dem Schluss, dass die Bodensenkungen von bis zu 8 cm hauptsächlich bergbaulich bedingt sind. Das Gutachten selbst wurde von Prof. Dr. Busch in der Informationsveranstaltung am Montag vorgestellt und erläutert sowie anschließend mit den Vertretern der Bürgerinitiativen eingehend diskutiert.

Umfassende Beteiligung von Grundeigentümern

Nach der Diskussion über das Gutachten erläuterte Hauptdezernent Andreas Welz, welche Maßnahmen und Konsequenzen seitens der Bezirksregierung aus dem Gutachten resultieren. So wird sie alle Grundeigentümer in laufenden und künftigen Betriebsplanverfahren über Abbaueinwirkungen auf die Oberfläche informieren und sie am Verfahren beteiligen. Die Eigentümer können somit ihre Belange wahrnehmen und mögliche Bergschäden geltend machen.

Weiter hat die Bezirksregierung die RAG Deutsche Steinkohle aufgefordert, die von den Bodensenkungen betroffenen Grundstückseigentümer rechtlich so zu stellen, als läge ihr Grundstück innerhalb des prognostizierten Einwirkungsbereiches. Dies hat die RAG bereits zugesagt. Weiter wurde die RAG-Deutsche Steinkohle aufgefordert, aussagefähige Unterlagen zu den Einwirkungsbereichen der zurzeit betriebenen Bergwerke und zu den Einwirkungsbereichen der kürzlich stillgelegten Bergwerke Ost, Lippe, Lohberg und Walsum vorzulegen (siehe Download).

 

Bildhinweis:
Initiativen der Bergbaubetroffenen waren am Montag zu Gast in Dortmund

 

Kontakt:
Andreas Nörthen
Sprecher Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Tel: 02931 82-3934)

 



Kurzlink zu dieser Seite: www.bra.nrw.de/1776163