Kurzlink: www.bra.nrw.de/1846540
Bereich: Pressearchiv > 2013 > Januar

10.01.2013

Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop

Bezirksregierung informiert in Kirchhellen über Gutachten zu Bergsenkungen Gehört zum Bereich Energie, Bergbau

Die NRW-weit für Bergbau zuständige Bezirksregierung Arnsberg hat am Dienstag (08.01.2013) in einer öffentlichen Bürgerversammlung in Bottrop-Kirchhellen das von ihr in Auftrag gegebene Gutachten zu Bergsenkungen durch Abbautätigkeit des Bergwerks Prosper-Haniel vorgestellt und erläutert.

Das Gutachten war von der Bezirksregierung Arnsberg in Auftrag gegeben worden, um die Ursache und Größenordnung der Bodenbewegungen im Bereich Bottrop zu ermitteln. Zu den Ergebnissen sagte Michael Kirchner, Leiter der Bergbauabteilung der Bezirksregierung: „Nach dem von uns in Auftrag gegebenen Gutachten sind außerhalb des prognostizierten Einwirkungsbereiches von Ende 2003 bis Ende 2010 Bodensenkungen von bis zu 8 cm hauptsächlich durch den Kohleabbau des Bergwerkes Prosper-Haniel verursacht worden.“

Unmittelbar nach Fertigstellung sei das Gutachten auf der Internetseite der Bezirksregierung Arnsberg veröffentlicht worden. Ebenso habe die Bezirksregierung die Stadt Bottrop und den Unterausschuss Bergbausicherheit des Landtags NRW über die Ergebnisse informiert.

Seitens der Bezirksregierung wurde weiter erläutert, dass der im Jahr 2001 in der Rahmenbetriebsplanzulassung angegebene Einwirkungsbereich auf Prognoserechnungen für die zukünftigen Auswirkungen des geplanten Kohleabbaus beruhte. Die mit Prognoserechnungen verbundenen Unwägbarkeiten werden mit zunehmendem zeitlichem Abstand zu der Entscheidung aus 2001 größer. Nach der jetzt vorgelegten gutachterlichen Expertise gehen die Bergsenkungen über den Prognosebereich hinaus.

Systematische Kontrolle durch Monitoring

Um die Unwägbarkeiten der Prognose zu kompensieren, wurden bereits aufgrund damaliger Beschlüsse die Einwirkungen durch systematische Beobachtung, Kontrolle und Steuerung mit einer Monitoring-Gruppe begleitet. Mit diesem Monitoring werden auch die Senkungsauswirkungen außerhalb des prognostizierten Einwirkungsbereiches überwacht und daraus erforderliche Konsequenzen gezogen. Hierzu wurde bereits eine ökologische Stellungnahme vom Institut für Landschaftsentwicklung und Stadtplanung – ILS –, Essen, erarbeitet und von der Bezirksregierung in der Versammlung erläutert.

Danach können in Folge der festgestellten zusätzlichen Bodensenkungen minimale Gefälleänderungen bei Gewässern auftreten. Im Hinblick auf die systematische Überwachung und Kontrolle der bergbaulichen Auswirkungen wurde der Planfeststellungsbeschluss bereits Ende November geändert und angepasst.

Umfassende Beteiligung von Betroffenen

Hauptdezernent Andreas Welz erläuterte, welche Maßnahmen und Konsequenzen aus den Gutachten gezogen wurden. So werden alle Grundeigentümer in laufenden und künftigen Betriebsplanverfahren über Abbaueinwirkungen auf die Oberfläche informiert und am Verfahren beteiligt. Eine diesbezügliche Beteiligung hat aktuell bereits in dem zurzeit laufenden und zur kurzfristigen Entscheidung anstehenden Betriebsplanverfahren für zwei untertägige Abbaue stattgefunden.

Damit wird sichergestellt, dass die Eigentümer ihre Belange wahrnehmen und mögliche Bergschäden geltend machen können. Weiter hat die Bezirksregierung die RAG Deutsche Steinkohle aufgefordert, die von den Bodensenkungen betroffenen Grundstückseigentümer rechtlich so zu stellen, als läge ihr Grundstück innerhalb des prognostizierten Einwirkungsbereiches. Dies hat die RAG bereits zugesagt.

Das Gutachten des ILS über die ökologischen Auswirkungen und die in der Bürgerversammlung vorgestellte Präsentation sind rechts im Downloadbereich abrufbar.

 

Kontakt:
Andreas Nörthen
Sprecher Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Tel: 02931 82-3934

 


Info-Bereich

Ansprechpartner/innen:

Kurzlink zu dieser Seite: www.bra.nrw.de/1846540