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14.06.2013

Bergbau-Einwirkungsbereiche

Gutachten soll Klarheit über Bodenbewegungen schaffen Gehört zum Bereich Energie, Bergbau

Im Auftrag der Bezirksregierung Arnsberg wird ein unabhängiges Gutachterteam Bodenbewegungen im Umfeld von aktiven und in jüngerer Zeit stillgelegten Steinkohlenbergwerken untersuchen. Die wissenschaftliche Studie soll Aufschluss über die räumliche Ausdehnung, Größenordnung und Ursachen von Senkungen außerhalb von prognostizierten Einwirkungsbereichen geben.

Das Gutachterteam wird aus Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Busch (TU Clausthal), Prof. em. Dr.-Ing. Wilhelm G. Coldewey (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) sowie Prof. Dr.-Ing. Ryszard Hejmanowski (AGH University of Science and Technology, Kraków/Polen) bestehen. Die unabhängigen Experten werden in Kürze den Auftrag erhalten, Bodenbewegungen im Umfeld der aktiven Bergwerke Auguste Victoria (Marl) und Ibbenbüren sowie der in jüngerer Zeit stillgelegten Bergwerke Lohberg (Dinslaken), Lippe (Gelsenkirchen), Ost (Hamm), Walsum (Duisburg) und West (Kamp-Lintfort) zu untersuchen.

Details zum inhaltlichen Umfang und Zeitraum der Untersuchung werden im September 2013 feststehen. Schon jetzt ist aber klar: Die Bezirksregierung und die Gutachter werden die Untersuchungsergebnisse im Rahmen von mehreren öffentlichen Informationsveranstaltungen erläutern und mit den betroffenen Anwohnern vor Ort diskutieren.

Die Abteilung Bergbau und Energie in NRW der Bezirksregierung Arnsberg wählt damit ein ebenso transparentes Vorgehen wie im Fall des Bergwerks Prosper-Haniel in Bottrop. Dort hatte die Bezirksregierung ein Gutachten der Technischen Universität Clausthal in Auftrag gegeben. Dieses war 2012 zu dem Ergebnis gekommen, dass außerhalb des im Rahmenbetriebsplan dargestellten prognostizierten Einwirkungsbereiches Senkungen von wenigen Zentimetern aufgetreten sind.

Andreas Sikorski, Leiter der Abteilung Bergbau und Energie: „Die Bezirksregierung Arnsberg nimmt die Anliegen und Sorgen von tatsächlichen und möglichen Bergbaugeschädigten sehr ernst. Deshalb wollen wir Klarheit darüber schaffen, ob Bodenbewegungen außerhalb von prognostizierten Einwirkungsbereichen bergbauliche Ursachen haben.“ Zudem betont Sikorski: „Wir setzen in laufenden Verfahren und hinsichtlich unserer Öffentlichkeitsarbeit auf Transparenz.“

Die Rolle der Bezirksregierung

Die NRW-weit zuständige Abteilung Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg prüft regelmäßig durch eigene Nachberechnungen, ob die in Rede stehenden Einwirkungsbereiche von den Markscheidern der RAG AG gesetzeskonform und so exakt wie möglich in den jeweiligen Rahmenbetriebsplänen (RBP) und Sonderbetriebsplänen (SBP) von Bergwerken eingezeichnet worden sind.

Im Zuge dieser Berechnungen lässt sich allerdings nicht mit letzter Sicherheit ausschließen, dass auch außerhalb der prognostizierten Einwirkungsbereiche jährlich Senkungen im Millimeterbereich auftreten. Dass Senkungen in dieser Größenordnung zu Sachschäden führen, ist jedoch unwahrscheinlich. Auch kommen andere Ursachen für  Bodenbewegungen ebenso in Frage – z.B. die Tektonik, Auslaugungen, Grundwasserabsenkungen oder Restsenkungen aus altem Abbau.

Weitergehende Maßnahmen

Angesichts der Erfahrungen im Kontext des Bergwerks Prosper-Haniel hat die Bezirksregierung Arnsberg – beginnend im September 2012 – aussagekräftige Unterlagen zu anderen Bergwerken bei der RAG AG angefordert. Umfangreiche Datenlieferungen des Unternehmens zu den aktiven Bergwerken Auguste Victoria und Ibbenbüren sowie zu den stillgelegten Bergwerken Lohberg, Lippe, Ost, Walsum und West sind erfolgt. Darüber hinaus hat die Bezirksregierung Arnsberg Datenmaterial von der Bezirksregierung Köln (Abteilung 7 – Geobasis NRW) angefordert und erhalten, etwa Auszüge aus der Höhenzeitfolgedatei.

Gemeinsam mit der Abteilung 7 der Bezirksregierung Köln wurden  Bodenbewegungsgebiete aus den amtlichen Leitnivellementsmessungen abgeleitet und mit RAG-Unterlagen abgeglichen. Ergebnis: Außerhalb der prognostizierten Einwirkungsbereiche der betrachteten Bergwerke sind Bodenbewegungen erkennbar. Deren räumliche Ausdehnung, Größenordnung und Ursachen sind nicht eindeutig identifizierbar. Deshalb ist angesichts der Erfahrungen im Fall Prosper-Haniel zu prüfen, inwieweit der Steinkohlenbergbau ursächlich für Bodenbewegungen sein könnte. Um Klarheit zu schaffen, beauftragt die Bezirksregierung Arnsberg in Kürze das unabhängige Gutachterteam mit der Untersuchung. Die entstehenden Kosten der Untersuchung wird die RAG AG tragen.


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