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17.08.2015

Verleihung des Integrationspreises der Bezirksregierung Arnsberg

RP Dr. Gerd Bollermann zeichnet Beispielprojekte aus Gehört zum Bereich Integration, Migration

59 Bewerbungen und Vorschläge waren seit Ausschreibung des zum zweiten Mal durchgeführten Integrationspreises der Bezirksregierung Arnsberg im vergangen Frühjahr eingegangen.

Am 17. August hat Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann die Preise im Wert von insgesamt 5000 Euro in den Räumen des Dortmunder Signal-Iduna-Stadions übergeben. Die Preisgelder können dank der Unterstützung der Stiftung des BVB „Leuchte auf“ vergeben werden, wie Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann in seiner Begrüßung ausdrücklich dankend hervorhob. Für Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann ist das ehrenamtlich Engagement bei der Integration von Zuwanderern ein entscheidender Baustein: „Für eine nachhaltige Integration der Flüchtlinge ist es notwendig, dass die Aktiven in den karitativen Organisationen, Vereinen und der lokalen Politik sich weiter vor Ort für die Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen engagieren.“

Der erste Preis im Wert von 2000 Euro geht an Gisela Krambrich aus der Gemeinde Möhnesee. Sie hat ein großes Netzwerk aus Unterstützern gebildet, die sich um Asylbewerber kümmern, die der Gemeinde Möhnesee zugewiesen werden. Zielsetzung des Projektes ist es, Asylbewerber willkommen zu heißen, ihnen bei den ersten Schritten in einer neuen Lebenssituation zu helfen und die Lebensbedingungen positiv zu gestalten. Für die Jury war bei der Entscheidung ausschlaggebend, dass Gisela Krambrich ihre Arbeit zu einer Lebenshaltung macht. Daher formuliert die Jury, dass sie die Willkommenskultur lebe und als Sprachrohr für Asylbewerber fungiere. Mit ihrem Engagement motiviert und erreicht sie zahlreiche weitere Unterstützer und hat so dazu beigetragen, dass die Gemeinde einen Arbeitskreis „Flüchtlinge“ gebildet hat.

Der zweite Preis geht in die Gemeinde Welver an den „Freundeskreis Eilmser Wald e.V.“ In Welver gibt es eine ca. 8 Kilometer vom Ortskern entfernt gelegene Flüchtlingsunterkunft. Um die in dieser Unterkunft lebenden Asylbewerber zu unterstützen, hat sich die Unterstützergruppe „Freundeskreis Eilmser Wald e.V.“ gebildet. Die Mitarbeiter haben sich zum Ziel gesetzt, die Asylbewerber in ihren Verfahren zu begleiten und die durch die abgelegene Lage der Unterkunft bedingte Isolation zu verringern. Seit Herbst 2014 haben zunächst 10 Mitstreiter den Bewohnern Fahrräder für ihre Mobilität zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus hält die Gemeinde Welver einen Raum als Anlauf- und Kontakt stelle vor. Inzwischen sind ein Begegnungscafe, ein Spielzimmer für Kinder, eine Kleiderkammer entstanden sowie ein Angebot für Nähkurse entwickelt worden. Die Jury hat ihre Begründung für die Preisvergabe mit den Worten zusammengefasst: „Eine abgeschiedene Unterkunft entwickelt sich zum Willkommensraum“.

Da die Entscheidung für die Jury bei den zahlreichen Bewerbungen nicht einfach war, hat sie sich für die Vergabe von zwei dritten Preisen entschieden. Die beiden drittplatzierten Projekte kommen aus Dortmund.

Der 75-jährige Bruno Rschia setzt sich vor dem Hintergrund seiner eigenen Migrationserfahrung für die Sprachförderung von Kindern ein. Die Initiative ist im Dortmunder Norden im „Schleswiger Viertel“ beheimatet, wo zahlreiche Neuzuwanderer aus Rumänien und Bulgarien unter schwierigen Bedingungen leben. Innerhalb des dort dortigen Angebotes „Raum vor Ort“ ist er seit dem Frühjahr 2014 eine zentrale Bezugsperson, der sich als Sprachvermittler, Handwerker und Mensch engagiert, der „die Ärmel hochkrempelt“. Die Jury hat das herausragende persönliche Engagement des 75-jährigen Dortmunders überzeugt.

Ein weiterer dritter Preis ging an den Verein „komm-kids-com e.V.. Er wird für die langjährige, nachhaltige und vorbildhafte Betreuung von Kindern in der Dortmunder Nordstadt ausgezeichnet. 20 bis 30 Kinder nehmen täglich das Angebot von Betreuung, Nachhilfeunterricht, kostenloser Verpflegung und Freizeitangeboten war. Der Verein möchte mit seiner Arbeit grundlegende Bildungsarbeit für Einwandererkinder leisten, ihnen eine feste Anlaufstelle bieten und so in der Dortmunder Nordstadt Chancengleichheit für Kinder mit Migrationshintergrund entwickeln. Die Jury hat bei diesem Projekt die Nachhaltigkeit und der ganzheitliche Ansatz bei der Betreuung der Kinder überzeugt. Der Verein hat inzwischen viele Unterstützer gewinnen können und finanziert Verpflegung und Aktivitäten über Spendengelder.

Neben diesen Preisen hat die Jury drei Sonderauszeichnungen an kommunale Akteure vergeben, die die ehrenamtliche Arbeit im Bereich der Integration in besonderer Weise unterstützen. Zu den Preisträgern gehören die Bezirksvertretung Innenstadt West Dortmund, das Referat „Bürgermeisterin Stabstelle Integration und e-Government sowie das Amt für Soziales der Gemeindeverwaltung Welver.

Die Bezirksvertretung Innenstadt-West Dortmund erhält einen Sonderpreis, weil sie in vorbildlicher Weise im Wohnquartier Unionsviertel Bürgerdiagonalveranstaltungen initiiert und durchgeführt hat, aus denen dann der regelmäßig tagende Runde Tisch "Flüchtlinge an der Adlerstraße" hervorgegangen ist.

Die Stadt Witten unterstützt ehrenamtlich arbeitende Initiativen und hilft bei der Vermittlung von Büroräumen und Lagerräumen. Sie gibt Unterstützung durch die Stabsstelle für Integration, internationalen Beziehungen und Städtepartnerschaften. Die Mitarbeiter/innen der Stabstelle haben dabei für jedes Problem ein „offenes Ohr“. Sie haben  bei der Organisation eines Runden Tisches zum besseren Informationsfluss und Austausch zwischen den Ämtern mitgewirkt und kümmern sich um die Optimierung der stadtinternen Verfahrensabläufe im Rahmen der Umsetzung der Willkommenskultur.

Der dritte Sonderpreis geht an das Aufgabengebiet von Jürgen Scholz vom Amt für Soziales der Gemeindeverwaltung Welver. Für ihn hat sich die Jury entschieden, da er sich immer als freundlicher und hilfsbereiter Gesprächspartner für die Ehrenamtlichen erweist und dabei  große Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert. Er ist dabei Vermittler zwischen der Verwaltung, den Ehrenamtlichen und den Asylsuchenden. So schafft er es, den Neuankömmlingen Hürden und mögliche Ängste zu nehmen.  Mit seiner Offenheit und Hilfsbereitschaft trägt er wesentlich dazu bei, dass Asylsuchende und Flüchtlinge am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können sowie den Zugang zu wichtigen Dienstleistungen und Unterstützungen erhalten.

Bildhinweis:
Verleihung des Integrationspreises an Gisela Krambrich aus der Gemeinde Möhnesee


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