Kurzlink: www.bra.nrw.de/2995884
Bereich: Pressearchiv > 2015 > August

18.08.2015

Nachfolgenutzung im Fokus

Abteilungsleiter besucht stillgelegte Bergwerke Ramsbeck und Meggen Gehört zum Bereich Energie, Bergbau

Von der touristischen Bedeutung des Besucherbergwerks Ramsbeck in Bestwig hat sich Friedrich Wilhelm Wagner, Leiter der NRW-weit zuständigen Abteilung Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg, jetzt bei einer Befahrung überzeugt. Anschließend machte sich der Abteilungsdirektor darüber hinaus ein Bild von der Grubenwasserbehandlungsanlage des ehemaligen Bergwerks Meggen in Lennestadt.

Das Besucherbergwerk und Bergbaumuseum Ramsbeck war 2009 an die neugegründete Bergbaumuseum Ramsbeck GmbH übergeben worden. Gesellschafter sind zu je 50 Prozent die Gemeinde Bestwig und der Hochsauerlandkreis. Heute bietet das Besucherbergwerk eine ganze Reihe von überaus sehenswerten Attraktionen:

  • Im Bergbaumuseum sind neben der Mineraliensammlung auch Relikte aus unterschiedlichen Bergbauperioden ausgestellt. In der Maschinenhalle werden Fahrzeuge zur Mechanisierung des Bergbaus im 20. Jahrhundert präsentiert.
      
  • Eine rund 1,5 Kilometer lange Einfahrt in den Berg mit der elektrischen Grubenbahn aus den 1950er-Jahren stellt wohl die Hauptattraktion des Besucherbergwerks dar. In einer einstündigen Führung werden dem Besucher von ehemaligen Bergleuten Hintergründe zu dem ehemaligen Bergwerk – mit fünf Stollen und sieben Sohlen – erläutert sowie Einblicke in untertägige Betriebsabläufe vermittelt.
      
  • Ein neuer touristischer Anziehungspunkt ist der 10 Kilometer lange Bergbauwanderweg – ermöglicht durch die Förderung mit öffentlichen Mitteln und durch ganz viel ehrenamtliches Engagement. Die Route bietet einen traumhaften Blick auf den 1000-jährigen Bergbauort Ramsbeck – und an vielen Stationen Informationen zur Bergbaugeschichte und Verhüttung des Erzes. Ein Wahrzeichen des Wanderweges ist der hoch über dem Ort gelegene Kamin mit seinen Zügen.

Die Bergbaumuseum Ramsbeck GmbH, Teilnehmerin beim „Projektaufruf Erlebnis NRW – Tourismuswirtschaft stärken“ (eine Initiative der Landesregierung NRW), will das reiche industrielle Erbe des Sauerlandes sichtbar machen und für eine umfangreiche touristische Nutzung erschließen. Ausgehend von den bestehenden Netzwerken „WasserEisenLand“ und „Geopark GrenzWelten“ ist das Projekt ein wichtiger Beitrag, industriegeschichtliche Sehenswürdigkeiten in der Tourismusregion Sauerland noch stärker in den Fokus zu rücken. Abteilungsdirektor Friedrich Wilhelm Wagner: „Das Sauerländer Besucherbergwerk Ramsbeck widmet sich diesem Thema nach meinem Eindruck in seiner ganzen Breite. Zugleich ist es mit seinen bisher über 3,3 Millionen Besuchern ein absolutes Leuchtturm-Angebot in der Tourismusregion.“

Grubenwasserbehandlung mit Betriebsplan

von links: Friedrich Wilhelm Wagner, Jochen Hasse, Hayo Epenstein, Markscheider Peter Lausecker, Gewässerschutzbeauftragte Wiebke von WieckiDie zweite Station der Besuchstour von Abteilungsleiter Wagner war anschließend die Grubenwasserbehandlungsanlage des ehemaligen Pyrit-, Blei- und Zinkbergwerks Meggen in Lennestadt. Hier war die Neuinbetriebnahme der Anlage nach einem aufwändigen Umbau der Anlass für den Besuch. Seit 1999 wird das aus dem stillgelegten Bergwerk austretende Grubenwasser so behandelt, dass es schadlos in die Lenne eingeleitet werden kann. Dazu ist die Fällung vorwiegend von Eisen und Zink erforderlich – über mehrere Stufen in einem Rundeindicker, in dem die Metalle ausgeflockt und abgeschieden werden. Durch zugegebene Kalkmilch wird zusätzlich der pH-Wert reguliert. Diese Aufgaben werden durch die Sachtleben Bergbau Verwaltungs-GmbH (SBV) erfüllt.

Rückblick: 2008 hatte die SBV gegen eine Anordnung der Bergverwaltung geklagt, wonach erneut ein Betriebsplan für die Behandlung des Grubenwassers vorzulegen war. Die SBV begründete die Klage damals damit, dass die Haftung für natürlich aus dem Gebirge austretendes Grubenwasser zeitlich begrenzt sein müsse. Ende 2014 entschied das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in letzter Instanz, dass die Anordnung der Bergverwaltung rechtens gewesen sei. Mittlerweile wurde der geforderte Betriebsplan vorgelegt und von der Bergbauabteilung der Bezirksregierung auch bereits zugelassen.

Bildhinweis:

Foto 1:
Abteilungsdirektor Friedrich Wilhelm Wagner (Bezirksregierung Arnsberg) „unter Tage“ – hier im ehemaligen Bergwerk Meggen
Foto 2:
von links: Abteilungsdirektor Friedrich Wilhelm Wagner (Bezirksregierung Arnsberg), Geschäftsführer Jochen Hasse (Sachtleben Bergbau Verwaltungs-GmbH / SBV), Dezernent Hayo Epenstein (Bezirksregierung Arnsberg), Markscheider Peter Lausecker (SBV) und die Gewässerschutzbeauftragte Wiebke von Wiecki (SBV)



Info-Bereich

Ansprechpartner/innen:

Kurzlink zu dieser Seite: www.bra.nrw.de/2995884