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12.02.2016

L 651 in Hattingen

Starke Wasseraustritte aus Erbstollen – Straße vorübergehend gesperrt Gehört zum Bereich Energie, Bergbau

Starke Wasseraustritte aus dem Edeltraud Erbstollen in Hattingen hatten zur Folge, dass die L 651 (Bredenscheider Straße) an der Stadtgrenze zu Sprockhövel zwischen Waldweg und Hattinger Straße vorsorglich für vier Tage gesperrt werden musste. Es war nicht auszuschließen, dass das austretende Grubenwasser das für die Ableitung unterhalb der L 651 verlegte Rohr umspülen und beschädigen würde. Dies hätte zu Gefahren für den Straßenverkehr führen können.

Am 05.02.2016 wurde die landesweit zuständige Abteilung Bergbau und Energie in NRW der Bezirksregierung Arnsberg von der Unteren Wasserbehörde (Ennepe-Ruhr-Kreis) über einen starken Wasseraustritt am Edeltraud Erbstollen in Hattingen informiert. Dieser inzwischen mehr als 150 Jahre alte Stollen entwässert auch heute noch alte Grubenbaue im Stadtgebiet Sprockhövel. Kräfte der Feuerwehr und Vertreter des Ordnungsamtes, der Unteren Wasserbehörde, der ordnungspflichtigen RWE Service GmbH und der Bergbehörde NRW bewerteten die Situation vor Ort und beschlossen zum Schutze des Straßenverkehrs eine vorsorgliche Sperrung der L 651.

Der Wasserzufluss hat sich inzwischen deutlich verringert. Selbiges gilt auch für den Eisengehalt des Wassers, der anfangs zu einer Rot-/Braunfärbung des Grubenwassers geführt hatte. Die Analysen der Grubenwasserproben haben keine Hinweise auf Schadstoffe ergeben. Am 09.02.2016 wurde das unterhalb der L 651 verlegte Rohr mit einer Kamera untersucht. Dabei wurden an der Verrohrung keine Schäden festgestellt, so dass die L 651 noch am Nachmittag für den Straßenverkehr wieder frei gegeben werden konnte.

Da ein Betreten dieses alten Stollens aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich ist, lassen sich hinsichtlich der Ursache des starken Wasseraustritts nur Vermutungen anstellen. Vieles spricht dafür, dass der Stollen selbst oder alte Grubenbaue verbrochen sind. So konnten sich größere Wassermengen ansammeln, die sich neue Wegigkeiten geschaffen und zu einem verstärkten Wasseraustritt geführt haben.

Viele wasserführende Stollen im Ruhrgebiet

Der Edeltraud Erbstollen ist nur einer von schätzungsweise 100 wasserführenden Stollen im südlichen Ruhrgebiet. Diese Stollen erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit durch die Bergbehörde NRW. Ein Verbruch dieser Stollen und der möglicherweise damit einhergehende unkontrollierte Anstieg des Grubenwassers in alte Grubenbaue könnten zu einem verstärkten Auftreten von Tagesbrüchen und zu einem unkontrollierten Austritt des Grubenwassers an der Tagesoberfläche führen. Zurzeit werden die wasserführenden Stollen des südlichen Ruhrreviers bei der Bergbehörde NRW in Zusammenarbeit mit  dem Forschungszentrum der TFH Georg Agricola zu Bochum erfasst und hinsichtlich ihres Gefährdungspotenzials für die Tagesoberfläche bewertet.

 

Bildhinweis:
Vertreter der Bergbehörde NRW und der RWE Service GmbH am 06.02.2016 nahe der Wasseraustrittsstelle. Von links: Stefanie Caspary, Abteilungsdirektor Friedrich Wilhelm Wagner (beide Abteilung Bergbau und Energie in NRW), Manfred Krüger,  Hermann Wissing (beide RWE Service GmbH)


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