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05.12.2016

Bezirksregierung Arnsberg veröffentlicht Gutachten über Bergwerk Walsum

Nur geringe Bodensenkungen außerhalb des Einwirkungsbereiches

Die Ergebnisse eines Gutachtens über Bodensenkungen im Bereich des stillgelegten Bergwerks Walsum  wurden am  Montag, 5. Dezember 2016, von der Bezirksregierung Arnsberg im Internet veröffentlicht. Das Gutachterteam unter Leitung von Professor Wolfgang Busch von der Technischen Universität Clausthal kommt zu dem Ergebnis, dass außerhalb des prognostizierten Einwirkungsbereiches des Bergwerkes nur geringe Bodensenkungen von maximal 10 Zentimetern aufgetreten sind, von denen keine Bergschäden zu erwarten sind.

Die landesweit zuständige Abteilung für Bergbau und Energie der Bezirksregierung Arnsberg hatte im Jahr 2014 ein interdisziplinäres Wissenschaftlerteam mit der Erstellung einer gutachterlichen Stellungnahme zur „Analyse von Senkungserscheinungen außerhalb prognostizierter Einwirkungsbereiche aktiver und in jüngerer Zeit stillgelegter Steinkohlenbergwerke der RAG AG“ beauftragt.

Geringe Bergsenkungen außerhalb des prognostizierten Einwirkungsbereichs

Das jetzt vorgelegte Gutachten für den Bereich des Bergwerkes Walsum deckt einen Zeitraum von Mitte 2002 bis Juni 2014 ab. Das Bergwerk Walsum hat bereits im Juni 2008 seine Förderung eingestellt. Professor Busch und sein Gutachterteam zeigen auf, dass im betrachteten Zeitraum Senkungen von bis zu 10 cm außerhalb der prognostizierten Einwirkungsgrenze des Rahmenbetriebsplans aufgetreten sind.

Nach den Ergebnissen des Gutachtens treten Bodensenkungen bis maximal 10 cm außerhalb des prognostizierten Einwirkungsbereichs des Rahmenbetriebsplans im Senkungsgebiet Voerde (Spellen), im Senkungsgebiet Dinslaken (Dinslakener Bruch, Averbruch), im rechtsrheinischen Senkungsgebiet Duisburg (Vierlinden), im linksrheinischen Senkungsgebiet Duisburg (Baerl, Binsheim, Lohheide) und in Rheinberg (Orsoy, Vierbaum, Budberg, Eversael und Wallach) auf, die sehr wahrscheinlich zumindest anteilig durch den Steinkohlenbergbau zwischen 2002 und 2008 hervorgerufen wurden.

Die Höhenänderungen im Bereich Dinslakener Bruch sind auf überlagernde Einflüsse aus den Abbauen der Bergwerke Walsum und Lohberg/Osterfeld zurückzuführen. Im Bereich der linksrheinischen Ortschaft Wallach ist ein überlagernder Einfluss aus dem ehemaligen Abbaubereich des Salzbergwerks Borth zu erkennen.

Bergschäden außerhalb des Einwirkungsbereichs sind nicht zu befürchten

Ein weiterer Aspekt des Gutachtens war die Überprüfung der Bergschadensrelevanz der festgestellten Senkungen außerhalb des prognostizierten Einwirkungsbereichs. Hier kommen die Gutachter zu dem Schluss, dass die Bodenbewegungen keinerlei Bergschäden erwarten lassen. Die Gutachter haben auch das Prognoseverfahren, das in den bergrechtlichen Zulassungsverfahren zur Ermittlung des Einwirkungsbereichs angewandt wurde, überprüft. Die Richtigkeit des angewandten Verfahrens und der verwendeten Parameter wurden von den Gutachtern bestätigt. Grundsätzlich kommen neben den bergbaulich verursachten Bodenbewegungen jedoch auch andere Ursachen für Bodenbewegungen an der Tagesoberfläche in Frage. Diese können u. a. hydrogeologische oder hydrologische Veränderungen (z. B. durch Grundwassergewinnung, alte Rheinarme, Rheinnähe oder bergbauinduzierte Entwässerungsmaßnahmen) sein.

Die Gutachter weisen darauf hin, dass „eine Abgrenzung von Gebieten mit ausschließlich durch im Betrachtungszeitraum aktiven Bergbau verursachten Senkungen aus messtechnisch ermittelten Höhenänderungen mit 100%er Sicherheit nicht möglich ist“. Bei der näheren Untersuchung der Senkungsgebiete konnten durch die Gutachter teilweise geringe Zusammenhänge oder räumlich-zeitliche Überlagerungen zwischen den festgestellten Höhenänderungen und altbergbaulichen, hydrogeologischen und sonstigen Einflüssen festgestellt werden.

Die Ergebnisse des Gutachtens wurden den Mitgliedern des parlamentarischen Unterausschusses für Bergbausicherheit zur Information vorgelegt. Im Rahmen der Transparenzinitiative des Landes NRW ist es vorgesehen, Anfang des Jahres 2017 die Verwaltungen der betroffenen Kommunen (Kreis Wesel, Kreisfreie Stadt Duisburg, Städte Rheinberg, Voerde, Dinslaken und Gemeinde Hünxe) über die Ergebnisse des Gutachtens zu informieren.


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