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14.12.2017

Interkulturelle Fortbildung

Dolmetscherinnen im Umgang mit geflüchteten Frauen geschult Gehört zum Bereich Integration, Migration

Geflüchtete Frauen und Mädchen, die in Deutschland Schutz suchen, brauchen oftmals Hilfe und Beratung – und wenden sich dazu an die Frauenberatungsstellen. Sich dabei ergebende kulturelle und sprachliche Hürden erschweren die schnelle und notwendige Unterstützung.

Eine Fortbildung der Frauenberatungsstelle Arnsberg in Kooperation mit der Bezirksregierung Arnsberg, die am heutigen Donnerstag (14.12.) am Standort Wedinghauser Straße stattfand, gab überwiegend ehrenamtlich tätigen Sprachvermittlerinnen und Sprachvermittlern die Möglichkeit, ihr Bewusstsein dieser kulturellen und sprachlichen Differenzen zu schärfen.

„Haben Sie ein Laster?“ – Gemeint ist damit nicht das Fahrzeug, sondern die schlechte Angewohnheit. Diese Differenz ergibt sich in einem Gespräch aber nur durch den Sinnzusammenhang – und auch den muss man erst einmal verstehen können. Bei der Arbeit mit Geflüchteten können sich Helferinnen und Helfer nicht immer darauf verlassen, dass dieser Sinnzusammenhang sofort verstanden wird. Zu unterschiedlich manchmal das Sprachniveau, zu groß die Aufregung im Gespräch, zu traumatisiert mitunter die Klientinnen.

 Manchmal kann es aber auch an kulturellen Unterschieden liegen, so wie etwa US-Amerikaner von „billion“ sprechen, damit aber nicht die deutsche Billion, sondern die Milliarde gemeint ist. Oder aufgrund der soziokulturellen Prägung bestimmte Sachverhalte anders wahrgenommen und folglich auch anders beschrieben werden. Insbesondere für Sprachvermittlerinnen und -vermittler, die ehrenamtlich oder nebenberuflich tätig sind, ist daher eine Förderung ihrer interkulturellen Kompetenzen wichtig.

Unter der Leitung von Diplom-Sozialpädagogin Sabine Rauch vom Psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge Düsseldorf e.V. wurden heute nun 25 Sprachvermittlerinnen und –vermittler geschult. In Gruppendiskussionen sprachen die Teilnehmerinnen über ihre eigenen Erfahrungen, tauschten sich aus und erarbeiteten Strategien, um noch besser für ihre Klientinnen sorgen zu können.

Ergänzt wurden die theoretischen Gespräche um Übungen und Rollenspiele, aus denen heraus das Verständnis der Sprachvermittlerinnen und Dolmetscherinnen für die Sichtweise der geflüchteten Frauen und Mädchen vertieft wurden. Hierbei bestand für die Teilnehmerinnen die Herausforderung aber auch in der zu wahrenden Neutralität. Denn die Dolmetscherinnen müssen für beide Seiten verlässliche Partner sein und dürfen innerhalb ihrer Übersetzungsarbeit das Gespräch nicht im Sinne der einen oder der anderen Partei lenken.

Gefördert wurde die rund sechsstündige Fortbildung mit Mitteln des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen.

  

Bildhinweis:
Die Fortbildung der Sprachvermittlerinnen und -vermittler schulte die interkulturellen Kompetenzen.


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