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27.03.2018

Renaturierter Fluss

Lippe wird von Umweltschützern ausgezeichnet Gehört zum Bereich Umwelt, Gesundheit, Arbeitsschutz Gehört zum Bereich Förderportal, Wirtschaft

Die Flusslandschaft des Jahres – über diese Auszeichnung darf sich nun die Lippe freuen, denn sie wurde vom Deutschen Angelfischereiverband (DAFV) und den Naturfreunden Deutschlands (NFD) für die Jahre 2018/19 ausgewählt.

Die Lippe ist damit bereits der zehnte Fluss, dem dieser Titel verliehen wurde. In den nächsten zwei Jahren sollen die Möglichkeiten genutzt werden, den Lebensraum Wasser mit seiner vielfältigen Flora und Fauna zu präsentieren und gleichzeitig die Möglichkeiten für die Menschen aufzeigen, wie die Natur geschützt und angepasst erlebt werden kann.

Am 24. März 2018 fand nun die Verleihung des Titels in der Zeche Fürst-Leopold in Dorsten vor 120 geladenen Gästen statt. Nach der Begrüßung durch Horst Kröber, Vorsitzender des Landesfischereiverbandes Westfalen und Lippe, stellten Dr. Margret Bunzel-Drüke und Dr. Bockwinkel in einem eindrucksvollen, gut bebildertem Festvortrag die Lippe mit ihren vielen Aspekten vor. In zahlreichen Grußworten aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft wurde auf die besondere Bedeutung der Lippe für den überregionalen Biotopverbund in Nordrhein-Westfalen hingewiesen. So konnte in den renaturierten Strecken der Lippe eine deutliche Verbesserung des Fischbestandes nachgewiesen werden. Auch Störche, Biber und seltene Libellenarten sind an der Lippe und ihrer Aue wieder heimisch. Der Wandel vom industriell geprägten Vorfluter zur naturnahen Flusslandschaft sei dort schon gelungen.

Es wurde aber auch auf die verbleibenden Aufgaben hingewiesen. So müssen noch größere Vorhaben zur Renaturierung durchgeführt werden. Der Fluss braucht deutlich mehr Raum für die Entwicklung naturnaher Verhältnisse, aber auch zur Aufnahme von Hochwasser. Außerdem verbleiben Defizite bei der Wasserqualität. Zwar sei gegenüber dem Höhepunkt der Verschmutzung um 1970 herum die  Wasserqualität eindrucksvoll verbessert worden, aber immer noch ist die Konzentration von  Nährstoffen zu hoch. Salzfrachten durch die Sümpfungswässer des Bergbaus und eine ganze Palette weiterer Stoffe sind in der Konzentration zu hoch, um der Lippe bereits jetzt einen guten Zustand bescheinigen zu können.

Die Verleihung des Titels ist ein Ansporn, die anstehenden Aufgaben anzugehen, und gleichzeitig Anerkennung für die erreichten Verbesserungen. Neben anderen Kooperationspartnern unterstützt auch die Bezirksregierung Arnsberg das Projekt. Mit der Patenschaft der „Flusslandschaft 2018/19“ ergeben sich für die Region und seine Menschen, für den Tourismus und den Naturschutz an den Ufern der Lippe große Möglichkeiten, den Wert und die Wichtigkeit der Lippe mit ihrer Aue zu präsentieren.

Die vorherige Titelträgerin war die Trave in Schleswig-Holstein. Die von dort angereisten Gäste haben an zwei verschiedenen Stellen der Trave Wasser entnommen und in Dorsten in die Lippe gegeben, sozusagen als Impfung für die weitere Verbesserung der Lippe.

 

Bildhinweis:

  1. Zahlreiche Gäste kamen zur Proklamationsveranstaltung.
  2. Zur Titelübergabe wurde Wasser aus der Trave in die Lippe geschüttet.

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