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08.06.2018

Kleingärten in Lünen

Empfehlungen des LANUV bleiben weiterhin bestehen Gehört zum Bereich Umwelt, Gesundheit, Arbeitsschutz

Auch im Jahr 2017 wurden in Lünen im Umfeld der Industriebetriebe zwischen Kupferstraße und Datteln-Hamm-Kanal Nahrungspflanzen auf ihre Schadstoffgehalte untersucht. Da die Belastungen von Blattgemüse in den letzten Jahren unkritische Größenordnungen erreicht haben, wurde 2017 nur noch Grünkohl auf seine Schadstoffgehalte untersucht.

Dazu wurden Grünkohlpflanzen an fünf Messpunkten sowohl in Gartenbeeten als auch in Containern mit Einheitserde exponiert und auf ihre Gehalte an Schwermetallen analysiert. Während die Schwermetallgehalte der im Gartenboden expo­nierten Pflanzen Auskunft über alle Anreicherungspfade (Boden, Luft, Spritzwasser) geben, spiegeln die in Containern mit Einheitserde exponierten Pflanzen, die über den Luftpfad eingetragene Schwer­metallbelastung wider.

Die gesundheitliche Bewer­tung der Aufnahme an Blei und Cadmium erfolgt anhand einschlägiger, für das Inverkehr­bringen von Marktgemüse, geltender EU-Verordnungen. Eine Bewertung von Schwer­metallen, für die nicht auf EU-Verordnungen zurück­gegriffen werden kann (Nickel, Arsen, Cadmium, Chrom, Kupfer und Zink) erfolgt über Kenn­größen der europäischen Behörde für Lebensmittelsicher­heit (EFSA). Stellvertretend für gesamtverzehrtes Gemüse wird hier zur Beurtei­lung eine tägliche Aufnahmemenge von 250g Grünkohl unterstellt.

Eine Einordnung der über den Luftpfad eingetragenen Belastungen erfolgt anhand der durch das LANUV in NRW ermittelten übli­chen Hintergrundbelastung an eher weniger belasteten Standorten.

Im Ergebnis ist festzuhalten, dass die im Grünkohl ermittelten Gehalte an Cadmium, Chrom, Kupfer und Zink - wie in den letzten Jahren auch - gesundheitlich unbedenklich sind.

Hinsichtlich der weiteren untersuchten Schwermetalle ergibt sich ein differenziertes Bild: Die Belastung von Lüner Gartengemüse durch Blei überschreitet den EU-Höchstgehalt für Markt­gemüse allein an einem Messpunkt geringfügig. Dies führt dazu, dass die Empfehlung, auf den Verzehr von Grünkohl zu verzichten, vorsorglich weiterhin aufrecht erhalten bleibt.

Die Belastung der Beetpflanzen durch Nickel ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Der luftgetra­gene Schadstoffeintrag bewegt sich im Bereich der NRW-Hintergrundbelastung.

Dagegen ist für den Para­meter Arsen ein abnehmender Trend nicht erkennbar. Der luftgetragene Schadstoffeintrag von Arsen liegt oberhalb der in NRW üblichen Hintergrundbelastung. Somit ist hier ein lokaler immissions­bedingter Anteil an der Arsenbelastung zu erkennen.

Sowohl für Nickel als auch für Arsen gilt jedoch, dass die maximal empfohlene Aufnahmemenge, wie in den letzten Jahren auch, bereits allein durch die Aufnahme von Nahrungsmitteln aus dem allgemeinen Warenkorb überschritten wird.

Für den Parameter Nickel ist nach Auffassung des LANUV ein zusätzliches gesundheitliches Risiko durch den Verzehr von Grünkohl aus Lüner Gärten nicht gegeben. Mit Blick auf eine nickelarme Ernährung wird eher empfohlen, den Verzehr anderweitiger nickelreicher Nahrungsmittel (bestimmte Nussarten, schwarzer Tee, Sojaprodukte etc.) einzuschränken.

Ähnliches gilt für den Parameter Arsen. Auch hier empfiehlt das LANUV mit Blick auf die ohnehin erfol­gende hohe Aufnahme an Arsen über den allg. Warenkorb, vor allem den Verzehr anderer arsenhal­tiger Nahrungsmittel (insb. brauner Reis) einzuschränken. Da die über den Luftpfad eingetragene Belastung durch Arsen im Lüner Grünkohl höher ist, als die in NRW übliche Hintergrundbelastung, ist es darüber hinaus sinnvoll, Grünkohl aus den untersuchten Gärten je nach Standort vorsorglich nur ein- bis dreimal pro Woche zu verzehren.


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