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12.07.2018

Renaturierung

Ruhr zwischen Wetter und Witten wird wieder natürlich Gehört zum Bereich Umwelt, Gesundheit, Arbeitsschutz

Begradigt, verbaut, ökologisch defizitär – wie bei vielen Flüssen in Industrieregionen ist auch bei der Ruhr in Witten und Wetter von der einstigen natürlichen Flusslandschaft wenig zu sehen. Auf einer Länge von 3,7 Kilometern wird nun der erste Abschnitt der Ruhr mitten im Ruhrgebiet wieder natürlich gestaltet. Dafür wurde der Fluss am heutigen Donnerstag (12.7.) symbolisch entfesselt.

Der Bagger rollt und reißt ein Stück der künstlichen Uferbefestigung ein. Ein Bild, das wie kein anderes für die Arbeiten der nächsten Monate steht. Denn was hier eingerissen wird, korrigiert einen Fehler der Vergangenheit: Die Begradigung der Ruhr. Die hatte für den Fluss viele negative Folgen, zerstörte sie doch Lebensräume von Fischen und Pflanzen und führte durch die Vernichtung von Auenlandschaften nicht selten zu Überschwemmungen ufernaher Wohnbereiche bei Hochwasser.

Mit einer umfangreichen Renaturierungsmaßnahme auf einer Länge von 3,7 Kilometern wird die Bezirksregierung Arnsberg die Ruhr im Abschnitt zwischen Wetter und Witten nun innerhalb ihres Flussbettes wieder entfesseln, künstlich geschaffene Uferbegrenzungen aus der Vergangenheit zurückbauen und den Fluss wieder an seine alten Auen anbinden.

„Dadurch kann der Fluss wieder natürlicher mäandern und sich innerhalb des Flussbettes seine eigenen Wege suchen. Es entstehen kleine Sandbänke und Inseln, die Lebensräume für Insekten, Vögel und Pflanzen sind“, sagt Bernd Müller, Abteilungsdirektor Umwelt bei der Bezirksregierung Arnsberg.

Mit diesem Projekt, bei dem insgesamt 46.700 Kubikmeter Boden bewegt werden, wird einerseits die europäische Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) im Regierungsbezirk umgesetzt, es wird aber auch an erfolgreiche Maßnahmen aus dem Oberlauf der Ruhr angeschlossen. So hat die Renaturierung der Ruhr unter anderem im Stadtgebiet Arnsberg zu einer deutlichen Verbesserung der ökologischen Situation und zu einer Erhöhung der Lebens- und Aufenthaltsqualität auch für die Anwohner gesorgt.

Der jetzige, erste Bauabschnitt umfasst in Bommern rund 48 Hektar, in Wengern rund 13 Hektar und soll – eine gute Witterung im Sommer und Herbst vorausgesetzt – zum Jahreswechsel abgeschlossen sein. Ähnlich wie auch bei der durch die Bezirksregierung Arnsberg durchgeführten Renaturierung der Lippe entstehen an der Ruhr direkt am Ruhrtalradweg zwei naturbelassene Aussichtshügel.

Durch diese kann auch die Zahl der Transportfahrten verringert und die Belastung für die Bürgerinnen und Bürger in Wengern gemindert werden. Denn damit der Fluss wieder natürlich verlaufen kann, müssen die künstlichen Einbauten entfernt und neue Ausbreitungsmöglichkeiten geschaffen werden.

Im nächsten Jahr folgt dann ein zweiter Bauabschnitt auf der rechten Seite der Ruhr gegenüber der Zeche Nachtigall über den die Bezirksregierung Arnsberg zu einem späteren Zeitpunkt informieren wird.

Während der Bauzeit bleibt der Ruhrtalradweg nahezu durchgehend befahrbar.

Zum ersten, nun begonnenen Bauabschnitt hat die Bezirksregierung Arnsberg auch eine kleine Infobroschüre herausgegeben, die in der rechten Spalte unter Downloads heruntergeladen werden kann.

 

Bildhinweis:
Von links: Stefan Rommelfanger, Stadtbaurat der Stadt Witten, Bernd Müller, Leiter der Umweltabteilung der Bezirksregierung Arnsberg, Frank Hasenberg, Bürgermeister der Stadt Wetter, Otmar Krüger, Gelsenwasser AG.



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