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22.07.2020

Positiver Trend in 2019 bestätigt

Untersuchung von Nahrungspflanzen in Lüner Kleingärten 2019

Auch im Jahr 2019 wurden Nahrungspflanzen in Lüner Kleingärten auf ihre Schadstoffgehalte untersucht. Hierzu wurden Grünkohlpflanzen in Gartenbeeten und zusätzlich auch in Containern mit Einheitserde exponiert und auf ihre Gehalte an Schwermetallen analysiert.

Während die in Gartenbeeten ausgebrachten Pflanzen den Gesamteintrag an Schwermetallen widerspiegeln, geben die in Einheitserde exponierten Pflanzen Auskunft über den per Luftpfad eingetragenen Schadstoffanteil. Grünkohl reichert im Vergleich zu anderen Gemüsepflanzen insbesondere Schwermetalle besonders stark an.

Eine gesundheitliche Bewertung der Aufnahme an Blei und Cadmium über Nahrungspflanzen erfolgt anhand einschlägiger, für das Inverkehrbringen von Marktgemüse, geltender EU-Verordnungen. Eine Bewertung von Schwermetallen, für die auf solche Bewertungsmaßstäbe nicht zurückgegriffen werden kann, erfolgt über Kenngrößen der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Stellvertretend für gesamtverzehrtes Gemüse wird hier zur Beurteilung eine tägliche Aufnahme­menge von 250g Grünkohl unterstellt.

Die Einordnung des Schadstoffgehaltes der über den Luftpfad (Immissionsanteil) in Nahrungspflanzen eingetragenen Schwermetalle erfolgt anhand der durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) in NRW ermittelten Hintergrund­belastung an eher weniger belasteten Standorten.

Während die Schadstoffbelastung von Kopfsalat und Endivie über die Jahre auf unkritische Werte zurückgegangen ist, lag die Blei-Belastung des in Beeten ausgepflanzten Grünkohls an verschiedenen Messpunkten über der NRW-Hintergrundbelastung und nicht durchgängig unterhalb des EU-Höchst­gehaltes für Blatt- und Kohlgemüse. Jedoch war in den vergangenen Jahren auch diesbezüglich ein positiver Trend zu erkennen. Insbesondere im Untersuchungszeitraum 2018 gab es nur noch eine (knappe) Überschreitung des EU-Höchstgehaltes. Im aktuellen Untersuchungszeitraum 2019 wurde der EU-Höchstgehalt für Blei an allen Messpunkten unterschritten. Auch die im Grünkohl ermittelten Gehalte weiterer Schadstoffe (Cadmium, Chrom, Nickel, Kupfer, Zink) würden in diesem Jahr nicht zu einer Verzehrempfehlung führen.

Hingegen liegt der über den Luftpfad in Grünkohl eingetragene Schadstoffgehalt an Arsen an ver­schiedenen Messpunkten weiterhin oberhalb der NRW-Hintergrundbelastung. Dies bedeutet, dass es aufgrund der örtlichen Situation einen immissionsbedingten Schadstoffeintrag gibt. Hier bedarf es jedoch wie bisher hinsichtlich des selbst angebauten Gemüses keiner Empfehlung für einen einge­schränkten Verzehr. Die maximal empfohlene Auf­nahmemenge dieses Schwermetalls wird bereits allein durch den Verzehr von Nahrungsmitteln aus dem allgemeinen Warenkorb überschritten. Hier wird eher allgemein empfohlen, auf den Verzehr von braunem Reis bzw. solchen Reisprodukten zu verzichten.

Aufgrund der insgesamt grundsätzlich positiven Entwicklung und der Erkenntnis, dass in den Rand­bereichen des von der bisherigen Verzehrempfeh­lung erfassten Gebietes immissionsbedingte Schad­stoffeinträge nicht mehr beobachtet werden und auch die Staubniederschlagsmessungen des LANUV NRW dort keine erhöhten Einträge ausweisen, wird das Gebiet der Verzehrempfehlung gemäß beige­fügter Grafik verkleinert.

Die Empfehlung, auf den Verzehr von Grünkohl zu verzichten, wird für das nunmehr verkleinerte Gebiet aus Gründen der Vorsorge vorerst noch aufrechterhalten.

Soweit im Rahmen der Staubniederschlagsmessungen des LANUV NRW im Vergleich zum derzeitigen Stand zukünftig keine erhöhten Schwermetallimmissionen festgestellt werden, erfolgt spätestens nach fünf Jahren zur Absicherung der aktuellen Ergebnisse eine erneute Überprüfung der Schadstoffgehalte in Lüner Gartengemüse.


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