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Altbergbau - Gefahrenabwehr Gehört zum Bereich Energie, Bergbau

Das Land Nordrhein-Westfalen ist geprägt durch intensive bergbauliche Ak­tivitäten, die bis in die Römerzeit und darüber hinaus zurückreichen. Ausge­richtet waren diese Aktivitäten auf die Gewinnung unterschiedlichster Bo­denschätze, vor allem jedoch auf die Gewinnung von Erzen, Steinkohle, Braunkohle und Salz aber auch auf die Gewinnung von Dachschiefer, Sanden, Tonen und weiteren als Baustoffe oder als Industrie­minerale verwertba­ren Bodenschätzen.

Innerhalb der heutigen Landesfläche Nordrhein-West­falens wurden seither mehrere tausend Groß-, Klein- und Kleinstbergwerke für die untertägige Gewinnung von Bo­denschätzen be­trieben. Der größte Teil dieser Bergwerke ist inzwischen in Folge der Erschöpfung der Lager­stätten, auf Grund beson­derer Ereignisse (z.B. hohe Wasser­zuflüsse oder Grubenbrände) oder we­gen verän­derter wirtschaftlicher Rahmenbe­dingun­gen (z.B. Absatzkrisen, veränderte Rohstoff­preise) aufgege­ben worden. Die nachfolgende Abbildung gibt einen Überblick über die von Altbergbau betroffenen Gebiete in Nordrhein-Westfalen.

Übersichtskarte „Altbergbaugebiete in NRW“
Übersichtskarte „Altbergbaugebiete in NRW“

Im Rahmen der Auswertung der bei der Bergbehörde vorhandenen Unterlagen konnten für die Landesfläche Nordrhein-Westfalen bisher ca. 30.000 verlassene Tages­öffnungen des Bergbaus (Stollen- und Schachtmundlöcher) ermittelt werden. Die Summe aller Flächen, welche von Einwirkungen des tages- und oberflächenna­hen Bergbaus betroffen sein können, beträgt gegenwärtig ca. 600 km2. Außerdem sind seit Mitte der sechziger Jahre ca. 3.000 Tagesbrüche in der Landesfläche be­kannt geworden.

Im Zuge der weiteren planmäßigen Auswertung der bei der Bergbehörde NRW vor­handenen Grubenbilder - die zeichnerische Darstellung der bergmännisch herge­stellten Grubenbaue - werden sich die Gesamtzahl der verlassenen Tagesöffnungen des Bergbaus und die Summe aller Flächen, welche von Einwirkungen des tages- und oberflächennahen Bergbaus betroffen sein können, voraussichtlich weiter erhö­hen. Leider ist während der Weltkriege eine nicht unerhebliche Zahl von Grubenbil­dern verloren gegangen, so dass die Informationen über den bergbehördlich zuge­lassenen Bergbau unvollständig sind.

Über den dokumentierten Bergbau hinaus ist im Land Nordrhein-Westfalen weiterer Bergbau betrieben worden, dessen Umfang und Ausdehnung wegen fehlender oder unzureichender Dokumentationen entweder kaum oder gar nicht bekannt ist. Hierzu gehören vor allem der so genannte "Uraltbergbau" (Bergbau vor Anlegung von Gru­benbildern) oder der in Notzeiten geführte widerrechtliche Abbau Dritter.

Tagesbrüche aber auch Tagesöffnungen des Bergbaus werden koordinativ erfasst und mit Hilfe der bei der Bergbehörde NRW vorhandenen Unterlagen dem bergbauli­chen Geschehen zugeordnet. Die Zuordnung eines Schadensortes an der Tagesoberfläche zu Grubenbauen bildet die Grundlage für die Ermittlung der ordnungs- und haftungsrechtlichen Zuständigkeit und dementsprechend für die Zuordnung der Kostenpflicht. 

Zuständig für Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren aus verlassenen Grubenbauen, die nicht mehr der Bergaufsicht unterliegen, ist in Nordrhein-Westfalen gemäß § 48 Abs. 3 Ordnungsbehördengesetz NRW (OBG NRW) die Bergbehörde. Damit knüpft die Anwendbarkeit des allgemeinen Ordnungsrechts an das Ende der Bergaufsicht an. Verantwortlich für die Sicherung verlassener Grubenbaue ist zunächst der Berg­werkseigentümer, dem durch die Bergbehörde entsprechende Maßnahmen auferlegt werden. Ist kein Eigentümer mehr ermittelbar, werden die Sicherungsmaßnahmen vom Land Nordrhein-Westfalen durchgeführt.


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