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Häufig gestellte Fragen Gehört zum Bereich Integration, Migration

der ankommenden Flüchtlinge


Was muss ich tun, wenn ich in Deutschland ankomme?

Wenn Sie als Flüchtling nach Deutschland einreisen, müssen Sie sich unmittelbar nach Ihrer Ankunft in Deutschland in eine Erstaufnahmeeinrichtung begeben. In jedem Bundesland gibt es Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge. Auch die Bundespolizei oder eine Ausländerbehörde kann Sie dorthin schicken. Sie können sich auch bei einer Polizeidienststelle oder in einem Rathaus melden.

Wichtig ist, dass Sie sich melden. Nur so können wir Ihnen helfen und Probleme ersparen. In der Erstaufnahmeeinrichtung werden Sie versorgt. Dort gibt es Essen und eine Unterkunft für Sie, die Sie mit anderen Flüchtlingen teilen.

Was geschieht in der Erstaufnahmeeinrichtung?

Nach Ihrer Ankunft werden Sie registriert, gesundheitlich untersucht und geröntgt. Sie können sich auch impfen lassen. Das Personal in der Erstaufnahmeeinrichtung informiert Sie über alles, was Ihnen die Ankunft in Deutschland erleichtert. Die Erstaufnahmeeinrichtung meldet Sie zudem bei der Ausländerbehörde. Sie erhalten dort eine Bescheinigung. Das ist der AKN (Ankunftsnachweis). In der Erstaufnahmeeinrichtung bleiben Sie in der Regel ca. eine Woche. In dieser Zeit soll auch der Asylantrag gestellt werden. Anschließend werden Sie in einer Zentralen Unterbringungseinrichtung oder – wenn es dort nicht genügend freie Plätze gibt – in einer Notunterkunft untergebracht.

Was bedeutet Registrierung?

Bei der Registrierung müssen Sie Ihre persönlichen Daten angeben. Dazu wird unter anderem Ihr Pass benötigt. Geben Sie dort bitte auch an, ob bereits Familienmitglieder in Deutschland sind oder ob Sie zusammen mit Familienmitgliedern nach Deutschland gekommen sind. Ihre persönlichen Daten werden in eine Datenbank aufgenommen, aus der später die Verteilung auf eine Stadt oder Gemeinde in NRW erfolgt.

Wo stelle ich meinen Asylantrag?

Ihren Asylantrag stellen Sie bei einer Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (kurz BAMF). Sie erhalten dort eine Aufenthaltsgestattung. Sie halten sich damit legal in Deutschland auf. Anschließend erhalten Sie vom BAMF einen Termin für ein Interview, bei dem Sie erzählen können, aus welchen Gründen Sie geflohen sind. Das BAMF wird daraufhin Ihren Asylantrag prüfen und bearbeiten.

Weil zurzeit sehr viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen, müssen Sie damit rechnen, dass einige Zeit vergeht, bis Sie Ihren Asylantrag stellen können.

Informationen zum Ablauf des Asylverfahrens:
http://www.bamf.de/DE/Fluechtlingsschutz/AblaufAsylv/ablauf-des-asylverfahrens-node.html

Wie lange verbleibe ich in der Zentralen Unterbringungseinrichtung?

In der Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes NRW oder in einer Notunterkunft bleiben Sie für maximal drei Monate. Anschließend werden Sie einer Kommune in NRW zugewiesen. Hier bleiben Sie, bis das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) über Ihren Asylantrag entschieden hat.

Wie sieht das Verfahren aus?

Sie finden hier eine Übersicht des Verfahrens.

Wo bekomme ich Essen, Kleidung und Dinge des täglichen Bedarfs?

Diese Dinge erhalten Sie während Ihres Aufenthaltes in einer Unterbringungseinrichtung. Zur Deckung Ihrer persönlichen Bedürfnisse erhalten Sie zusätzlich ein monatliches Taschengeld.

Welche gesundheitlichen Untersuchungen werden vorgenommen?

Alle Flüchtlinge leben in den ersten Wochen und Monaten ihres Aufenthaltes in Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit anderen Flüchtlingen verschiedener Herkunft in großen Einrichtungen. Um zu verhindern, dass Sie sich bei anderen Flüchtlingen mit einer Krankheit anstecken, werden alle auf übertragbare Krankheiten untersucht.

Die Untersuchung beinhaltet auch eine Röntgenaufnahme der Atmungsorgane um auszuschließen, dass Sie an Tuberkulose erkrankt sind. Bei Kindern unter 15 Jahren und Schwangeren wird anstelle einer Röntgenaufnahme ein Bluttest durchgeführt. Außerdem kontrolliert ein Arzt Ihren Impfausweis und Sie können sich gegen ansteckende Krankheiten impfen lassen.

Damit sich zugewanderte Menschen leichter über das Gesundheitswesen, medizinische Versorgung und Prävention informieren können, wurden im Rahmen eines vom Gesundheitsministerium geförderten Projekts sieben leicht verständliche Filme zu verschiedenen Themenbereichen erstellt.

Die Filme können auf der mehrsprachigen Internetseite www.drk-gesundheitsfilme.de sowohl angesehen, als auch kostenfrei heruntergeladen werden.

Alle Filme sind in Deutsch, Englisch, Sorani (Kurdisch) und Arabisch verfügbar.

Die Filme informieren zu den Themen:

• Gesundheitssystem
• Schwangerschaft und Geburt
• Schutz vor Infektionen
• Psychische Gesundheit
• Kindergesundheit
• Gesunde Zähne
• Krebsvorsorge

Was wird für meine Sicherheit getan?

Sie können sich in den Unterbringungseinrichtungen sicher fühlen. In jeder Unterbringungseinrichtung wird ein Sicherheitsdienstleister eingesetzt, der die Unterbringungseinrichtung bewacht. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bezirksregierung überprüfen, ob der Sicherheitsdienst seine Aufgabe zuverlässig erledigt.

Wo finde ich Hilfe und Beratung?

Hilfe finden Sie bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Unterbringungseinrichtungen. Zudem gibt es in den Zentralen Unterbringungseinrichtungen Flüchtlingsberatungsstellen. Hier finden Sie Beratung, wenn Sie Probleme mit Erlebnissen vor und während Ihrer Flucht oder nach Ihrer Ankunft in Deutschland haben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort helfen Ihnen auch, wenn Sie Fragen zum Alltag in Deutschland haben oder sich um Ihre Familie sorgen. Zudem können Sie hier Fragen zu Ihrem Asylverfahren stellen.

Welche Pflichten habe ich?

Bitte bleiben Sie in der Unterbringungseinrichtung, die Ihnen genannt wurde. Nur so können wir Sie schnell erreichen. Es besteht sonst die Gefahr, dass Sie wichtige Termine nicht einhalten können.

Es ist möglich, dass Sie von der Polizei oder einer Behörde kontrolliert werden. Diese Kontrollen sind erlaubt. Sie brauchen sich nicht davor zu fürchten. Wichtig ist, dass Sie immer Ihr aktuelles Aufenthaltsdokument bei sich führen. Damit können Sie zum Beispiel der Polizei zeigen, dass Sie sich rechtmäßig in Deutschland aufhalten.

Zur Prüfung Ihres Asylantrages müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) wissen, woher Sie kommen, warum Sie ihre Heimat verlassen mussten und wie Sie nach Deutschland geflüchtet sind. Dokumente aus Ihrem Heimatland und die Sie im Verlauf Ihrer Flucht erhalten haben, helfen dabei.

Wann werde ich einer Stadt oder Gemeinde zugewiesen?

Nach spätestens drei Monaten Aufenthalt in einer Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes oder einer Notunterkunft sollten Sie und Ihre Familie einer Stadt oder Gemeinde in NRW zugewiesen werden. Zuvor müssen allerdings die folgenden Schritte erledigt sein: Sie müssen registriert worden sein, Sie müssen gesundheitlich untersucht und geröntgt worden sein. Zudem müssen Sie ein Impfangebot erhalten haben.

Kann ich in eine andere Stadt umziehen?

Nachdem Sie einer Stadt oder Gemeinde in NRW zugewiesen wurden, besteht unter engen Voraussetzungen die Möglichkeit, in eine andere Stadt umzuziehen. Das nennt sich „Umverteilung“. Die Möglichkeit besteht etwa bei einer Familienzusammenführung zum Ehepartner oder zu minderjährigen Kindern. Zudem können besondere Härtefälle berücksichtigt werden. Notwendig ist, dass Sie einen sogenannten „Umverteilungsantrag“ an die Bezirksregierung Arnsberg stellen, in dem Sie Ihre Gründe für die Umverteilung konkret und nachvollziehbar erklären. Bitte beachten Sie, dass fremdsprachliche Unterlagen und Dokumente zusammen mit einer Übersetzung vorgelegt werden müssen.

Anträge für eine Umverteilung in ein anderes Bundesland stellen Sie bitte direkt bei der zuständigen Behörde des Bundeslandes, für das der Aufenthalt gewünscht wird.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Gehen meine Kinder in den Kindergarten oder in die Schule?

Wenn Sie und Ihre Familie einer Stadt oder Gemeinde zugwiesen worden sind und Sie einen Asylantrag beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gestellt haben, besteht für Ihre Kinder Schulpflicht. Dazu werden Sie von der Stadt, in die Sie zugewiesen wurden, benachrichtigt.

Kleinere Kinder unter sechs Jahren können dort eine Kindertagesstätte besuchen.

Kann ich arbeiten?

Ob Sie arbeiten können, hängt von Ihrer Aufenthaltsdauer und Ihrem Aufenthaltsstatus ab. Solange Sie sich noch in einer Zentralen Unterbringungseinrichtung des Landes oder in einer Notunterkunft aufhalten, dürfen Sie nicht arbeiten. Nachdem Sie jedoch einer Kommune zugewiesen wurden und beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen Asylantrag gestellt haben, kann es Ihnen nach Ablauf von drei Monaten erlaubt werden zu arbeiten. Anerkannte Asylbewerber und Asylbewerberinnen, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen positiven Bescheid erhalten haben, dürfen grundsätzlich uneingeschränkt arbeiten. Die Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit ist Flüchtlingen nicht erlaubt. Nähere Informationen zur Erwerbstätigkeit von Flüchtlingen erteilen das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) oder die zuständigen Ausländerbehörden.

Kann ich eigenen Wohnraum anmieten?

Die Anmietung einer eigenen Wohnung ist für Sie in der Regel erst dann möglich, wenn Sie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) als Asylberechtigter anerkannt wurden.

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