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Häufig gestellte Fragen Gehört zum Bereich Integration, Migration

der Ärztinnen und Ärzte, Apotheker/innen und Krankenhäuser


Werden Flüchtlinge auf übertragbare Krankheiten untersucht?

Ja. Alle Flüchtlinge leben in den ersten Wochen und Monaten ihres Aufenthaltes in Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit anderen Flüchtlingen verschiedener Herkunft in den Unterbringungseinrichtungen des Landes und der Kommunen. Um zu verhindern, dass sich Krankheiten ausbreiten und sich die Flüchtlinge gegenseitig anstecken, sind medizinische Untersuchungen notwendig. Ausländer, die in einer Aufnahmeeinrichtung oder Gemeinschaftsunterkunft wohnen, sind deshalb nach § 62 Asylgesetz verpflichtet, eine ärztliche Untersuchung auf übertragbare Krankheiten einschließlich einer Röntgenaufnahme der Atmungsorgane zu dulden.

Die Röntgenaufnahme der Atmungsorgane dient dazu, auszuschließen, dass der Flüchtling an einer behandlungsbedürftigen Tuberkulose erkrankt ist. Bei Kindern unter 15 Jahren und Schwangeren wird anstelle einer Röntgenaufnahme ein Bluttest (Interferon-Gamma-Test) und bei Kindern unter 6 Jahren ein Tuberkulintest durchgeführt.

Außerdem kontrolliert der Arzt den Impfausweis des Flüchtlings und der Flüchtling erhält die Möglichkeit, sich gegen ansteckende Krankheiten impfen zu lassen.

Gemäß Erlass des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) ist folgendes Impfangebot in Unterbringungseinrichtungen des Landes vorgesehen:

  • Für Kinder ab 2 Monate bis einschließlich 8 Monate:
    Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, HiB, Polio, Hepatitis B;
  • für Kinder ab 9. Monate bis einschließlich 4 Jahre:
    Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, HiB, Polio, Hepatitis B, Masern, Mumps, Röteln, Varizellen;
  • für Kinder ab 5 Jahre bis einschließlich 12 Jahre:
    Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Masern, Mumps, Röteln, Varizellen;
  • für Kinder ab 13 Jahre und Erwachsene, die nach 1970 geboren sind:
    Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio, Masern, Mumps, Röteln;
  • für Erwachsene, die vor 1970 geboren sind:
    Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Polio.

Zusätzliche Indikationsimpfung gegen Influenza für:
Schwangere ab etwa der 20. Woche, Personen ab 60 Jahren und Kinder und Erwachsene mit chronischen Krankheiten.

Eine Vervollständigung dieses Impfangebotes gemäß den Vorgaben der Ständigen Impfkommission soll sobald wie möglich nachgeholt werden.

Was passiert, wenn eine ansteckende Krankheit in einer Unterbringungseinrichtung ausbricht?

Für diese Fälle gib es Notfallpläne. Beim Auftreten einer ansteckenden Krankheit wie z. B. Masern oder Windpocken werden der betroffene Flüchtling und ggf. auch seine näheren Angehörigen oder Kontaktpersonen zunächst in einem Isolierzimmer oder auf einer Isolierstation der Unterbringungseinrichtung versorgt. Bei einer schweren Erkrankung kann die Verlegung in ein Krankenhaus notwendig werden. Möglicherweise kann es auch erforderlich werden, die komplette Unterbringungseinrichtung für weitere Aufnahmen von Flüchtlingen zu sperren. Die Entscheidung, ob eine Unterbringungseinrichtung geschlossen werden muss, trifft das örtlich zuständige Gesundheitsamt gegebenenfalls in Absprache mit der zuständigen Bezirksregierung.

Haben Asylbewerber einen Rechtsanspruch auf Krankenhilfe?

Ja. Für die Zeit der Unterbringung in einer Unterbringungseinrichtung des Landes NRW haben Asylbewerber einen Rechtsanspruch auf eine medizinische Grundversorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Hierzu zählen Leistungen zur Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände einschließlich der Versorgung mit Arznei- und Verbandmitteln, Hilfe und Pflege für werdende Mütter und Wöchnerinnen, amtlich empfohlene Schutzimpfungen und medizinisch gebotene Vorsorgeuntersuchungen. Das Land NRW trägt die Kosten für die medizinische Grundversorgung.

Haben Flüchtlinge eine Krankenversicherung?

Nein. Während der Unterbringung in einer Unterbringungseinrichtung des Landes NRW haben Flüchtlinge keine Krankenversicherung. Sie haben einen Rechtsanspruch auf eine medizinische Grundversorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Die Kosten hierfür trägt das Land NRW.

Die Krankenhilfe wird von den Bezirksregierungen ausschließlich für Asylsuchende gewährt, die in Einrichtungen des Landes NRW untergebracht sind. In Abgrenzung dazu sind die Kommunen für die in den kommunalen Einrichtungen untergebrachten Flüchtlinge als Kostenträger der Krankenhilfe zuständig. Entsprechende Forderungen sind in diesem Fall gegenüber der jeweils zuständigen Kommune geltend zu machen.

Mit der Anerkennung als Asylberechtigter oder der Zuerkennung subsidiären Schutzes findet ein Wechsel des Rechtskreises in der Leistungsgewährung statt. Anerkannte Asylberechtigte müssen sodann einen Antrag auf Leistungen nach dem SGB II oder SGB XII bei einem Jobcenter oder einer Kommune stellen. Wenn dieser Antrag gestellt ist bekommen die Antragsteller die Aufforderung von der Kommune oder dem Jobcenter sich bei einer Krankenkasse ihrer Wahl anzumelden. Ab diesem Zeitpunkt besteht Krankenversicherungsschutz.

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