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Informationen zu Mikroschadstoffen in Oberflächengewässern Gehört zum Bereich Umwelt, Gesundheit, Arbeitsschutz

Seit langem ist bekannt, dass durch landwirtschaftliche, gewerbliche aber auch private Einträge die Belastungssituation in den Oberflächengewässern im Einzugsgebiet der Ruhr und anderer Flüsse zwar besser geworden ist, aber nicht gänzlich negiert werden kann.

Dies ist durch verschiedene Berichte und Studien des Umweltministeriums dokumentiert worden. Die Ergebnisse des Gewässer-Monitorings sind schon in den 90er Jahren regelmäßig publiziert worden. Das Land NRW veröffentlicht in seinem seit 2004 regelmäßig erscheinenden Umweltbericht auch  eine Bestandsaufnahme zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie.  Die Berichte sind jedermann im Internet zugänglich. Über die stoffliche Belastung der Oberflächengewässer und/oder den chemischen Zustand der Oberflächengewässer informiert auch das Portal "lebendige Gewässer" bzw. die Plattform ELWAS. Sämtliche hierfür erforderlichen Daten werden durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes NRW (LANUV) ermittelt, bewertet und zur Verfügung gestellt.

Beispielsweise heißt es im Umweltbericht 2006: „Ferner gibt es zum Teil Belastungen mit Pflanzenschutzmitteln, insbesondere mit Totalherbiziden wie Diuron und Glyphosat. Diese Totalherbizide werden kaum in der Landwirtschaft eingesetzt, sondern von privaten Haushalten zu Unkrautvernichtung auf Hauseinfahrten, Terrassen usw. Solche Anwendungen sind verboten.“

Trotz zahlreicher Maßnahmen kommt und kam es wegen der hohen Belastung des Oberflächenwassers der Ruhr zeitweise auch zu lokal erhöhten Werten mit Mikroschadstoffen, darunter auch Bioziden. Im Regierungsbezirk Arnsberg hat es in 2011 zum Beispiel folgende Überschreitungen gegeben: Isoproturon (Pestizid; Bewerbach); Tributylzinn (Biozid; Seseke, Süggelbach, Lippe; Werte stark schwankend); Glyphosat (= RoundUp; Pestizid; Elspe und Soestbach).

Es liegen aber keine Informationen des LANUV vor, dass das aus der Ruhr gewonnene Trinkwasser Überschreitungen bei Biozidprodukt-Wirkstoffen ausweist. Sollte der Fall einer Überschreitung der in der Trinkwasserverordnung festgesetzten Grenzwerte für Biozide eintreten, würde die Bevölkerung selbstverständlich unverzüglich informiert werden.

Die Ruhr ist Basis für die Trinkwasserversorgung für rd. 4 Millionen Menschen in NRW. Die Bezirksregierung Arnsberg konnte im vorletzten und letzten Jahr mithelfen, dass ein umfangreiches Investitionsprogramm seitens der Wasserversorger dafür gesorgt hat, dass über die Nachrüstung von Aktiv-Kohle-Filteranlagen, Membrantechnik etc. die Trinkwasserqualität besser geworden ist und auch in den nächsten Jahren noch besser werden wird, da das Investitionsprogramm bis 2017 laufen wird. Gleichzeitig haben wir mitgeholfen, dass Kläranlagen in den letzten Jahren ertüchtigt wurden. Die Forschungsprojekte des Landes werden von der BR Arnsberg aktiv mit begleitet.

Darüber hinaus hat die Bezirksregierung im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie aktiv die Renaturierung von Flüssen, wie beispielsweise an der Ruhr, an der Lippe, der Möhne etc. entweder initiiert und begleitet oder selbst die Renaturierung durchgeführt. Im Rahmen der Bestandsaufnahme der Wasserrahmenrichtlinie sind selbstverständlich der chemische und biologische Zustand der Flüsse in ganz NRW bewertet und veröffentlicht worden. Auch dies ist jedermann auf der Internetseite "Lebendige Gewässer" zugänglich. Darüber hinaus werden selbstverständlich auch sogenannte industrielle Indirekteinleiter, aber auch Direkteinleiter im Rahmen der Gewässerüberwachung bei erhöhten Werten kontrolliert und ordnungsbehördliche Maßnahmen ergriffen. Beispiel war der Fall „Tosu“ aus dem Jahre 2009.

Die Daten zur Biozid-/Pestizidbelastung fließen in entsprechende Übersichten ein wie z. B. die Wasserkörpersteckbriefe. Sie sind auch Grundlage für Bewirtschaftungsmaßnahmen. Bzgl. der Biozidbelastung der Oberflächengewässer wird in der Regel über Beprobungen versucht zu ermitteln, wo die Ursache der Belastungen herrührt. Die Ermittlung gestaltet sich bei diffusen Eintragsquellen häufig als schwierig. Teilweise gelingt es über die Beprobungen, einzelne Verursacher ausfindig zu machen (z. B. unsachgemäßer Umgang mit Pestiziden). Bewährt haben beispielweise sich Beratungsgespräche mit der Landwirtschaft, um die Einträge von Pestiziden in Gewässer zu vermindern.

Das Ministerium hat angekündigt, dass zukünftig Überschreitungen von Umweltqualitätsnormen in den Oberflächengewässern für den Landtag dokumentiert und auch lokal dargestellt werden soll. Um Maßnahmen zu ergreifen, müssen Informationen generiert werden, damit eine Ermittlung der genauen Quelle der Belastung überhaupt möglich ist. Mikroschadstoffe sind zwar im Oberflächengewässer nachgewiesen, sie bleiben aber hinsichtlich ihrer Konzentration überwiegend unter den sogenannten Umweltqualitätsnormen oder den durch die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) empfohlenen Orientierungswerten.


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