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Pufferzone zum Wolfsterritorium Stegskopf Gehört zum Bereich Umwelt, Gesundheit, Arbeitsschutz Gehört zum Bereich Förderportal, Wirtschaft

Wolf

Im Mai 2018 hat das rheinland-pfälzische Umweltministerium im grenznahen Bereich zu Nordrhein-Westfalen das „Wolfs-Präventionsgebiet Wester­wald“ ausgewiesen. Innerhalb dieses Gebietes wurde nun für den Bereich des ehemaligen Truppenübungsplatzes Daaden/Stegskopf (Landkreise Altenkirchen und Westerwaldkreis), das Vorkommen eines territorialen Wolfes behördlich festgestellt.

Vor diesem Hintergrund wird mit Wirkung zum 05.04.2019 auf nord­rhein-westfälischer Seite zum „Wolfs-Präventions­gebiet Westerwald“ eine Puffer­zone zum dortigen territorialen Wolfsvorkommen ausgewiesen ("Pufferzone zum Wolfsterritorium Stegskopf"). Die Pufferzone umfasst eine Fläche von etwa 1.270 km². Sie wurde auf der Grundlage fachlicher Kriterien vom zuständigen Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen (LANUV) abgegrenzt.

Abgrenzung der "Pufferzone zum Wolfsterritorium Stegskopf"

Eine Karte der "Pufferzone zum Wolfsterritorium Stegskopf" findet sich hier.

Die „Pufferzone zum Wolfsterritorium Stegskopf“ umfasst die folgenden Städte bzw. Gemeinden vollständig:

  • Kreis Siegen-Wittgenstein: Städte Bad Laasphe, Freudenberg, Hilchenbach, Kreuztal, Netphen und Siegen, Gemeinden Burbach, Erndtebrück, Neunkirchen und Wilnsdorf.
  • Kreis Olpe: Gemeinde Wenden.
  • Oberbergischer Kreis: Stadt Waldbröl, Gemeinden Morsbach und Reichshof.
  • Rhein-Sieg-Kreis: Gemeinde Windeck.

Die Ausweisung einer solchen Pufferzone um ein Wolfsgebiet bzw. um das Vorkommen eines territorialen Wolfes ist insbesondere für die Nutztierhaltung von großer Bedeutung. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert auch in diesen Bereichen auf der Grundlage der "Förderrichtlinien Wolf" vorbeugende Maßnahmen zum Herdenschutz. Die im März 2019 fortgeschriebenen "Förderrichtlinien Wolf" ermöglichen eine bessere finanzielle Unterstützung der Weidetierhaltung.

Die Antragsunterlagen für eine Förderung von vorbeugenden Maßnahmen zum Herdenschutz sind bei der jeweils zuständigen Bezirksregierung einzureichen. Für die Pufferzone zum Wolfsterritorium Stegskopf sind dies die Dezernate 51 (höhere Naturschutzbehörden) bei den Bezirksregierungen Arnsberg (für den Kreis Olpe und den Kreis Siegen-Wittgenstein) und Köln (für den Oberbergischen und den Rhein-Sieg-Kreis).

Ansprechpartner Bezirksregierung Arnsberg

Postanschrift:
Bezirksregierung Arnsberg
- Dezernat 51 -
Seibertzstraße 1
59821 Arnsberg

 

Förderrichtlinien Wolf

In Europa kehrt der Wolf in alte Lebensräume zurück, in denen er seit fast 200 Jahren ausgestorben war. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es seit einigen Jahren vereinzelt Hinweise auf durchziehende Wölfe. Im Bereich Schermbeck und in der Senne hat das Umweltministerium bereits sogenannte „Wolfsgebiete“ ausgewiesen. In einem Wolfsgebiet und in Pufferzonen werden vorbeugende Maßnahmen zum Herdenschutz gefördert.

Halter von Schafen und Ziegen sowie Betreiber von Wildgehegen können für den Schutz ihrer Herden bei den zuständigen Bezirksregierungen im Dezernat 51 Fördermittel für den Erwerb von Elektrozäunen, die wolfssichere Optimierung bestehender Zäune sowie für die Anschaffung und Ausbildung von Herdenschutzhunden beantragen. Auch Verluste von Nutztieren durch Wölfe können ersetzt werden. Dies ist in den Förderrichtlinien Wolf geregelt.

In Deutschland gehört der Wolf – nach Bundesnaturschutzgesetz – zu den streng geschützten Arten. So ist es verboten, ihn zu fangen, zu verletzen oder gar zu töten. Auch die Jagd auf Wölfe ist verboten.

Wer wird gefördert?

Das Land NRW gewährt Billigkeitsleistungen für Entschädigungen und in einem Wolfsgebiet Zuwendungen für Präventionsmaßnahmen im Rahmen der Förderrichtlinien Wolf an natürliche und juristische Personen des Privatrechts sowie Personengesellschaften mit landwirtschaftlichem Haupt- oder Nebenerwerb.

Was wird gefördert?

Im Rahmen der Billigkeitsleistung erfolgt eine Entschädigung der durch den Wolf direkt getöteten Nutz- und Haustiere (einschließlich der Jagd-, Herdenschutz- und Hütehunde) sowie der infolge eines Wolfsübergriffs später verendeten oder aus Tierschutzgründen getöteten Tiere sowie der Verluste durch Verwerfen. Darüber hinaus werden auch Ausgaben für einen Tierarzt im Fall der Behandlung oder Einschläferung verletzter Tiere einschließlich der Kosten für Medikamente, die Ausgaben für die Tierkörperbeseitigung einschließlich der Transportkosten, Sachschäden an Zäunen und Schutzvorrichtungen, die durch den Wolfsübergriff entstanden sind, Gebühren für die amtliche Marktwertermittlung sowie Untersuchungskosten für tot aufgefundene Tiere entschädigt.

Im Rahmen der Zuwendung werden in einem Wolfsgebiet Präventionsmaßnahmen zum Schutz von Schafen, Ziegen und Gehegewild gefördert. Bei Bedarf kann die Förderung von Präventionsmaßnahmen für weitere Tierarten zugelassen werden.

Wie sind die Konditionen?

Bei der Billigkeitsleistung 100 % des Betrages der amtlichen Wertermittlung für die Tiere (durchzuführen durch die untere Veterinärbehörde) sowie der oben genannten sonstigen Kosten.

Im Rahmen der Präventionsmaßnahmen werden 100 % der Kosten für die Optimierungen und Neuanschaffungen von Schutzzäunen nebst Zubehör zur Erreichung des wolfsabweisenden Grundschutzes in einem Wolfsgebiet, einem Wolfsverdachtsgebiet sowie in der umgebenden Pufferzone sowie die Anschaffung und Ausbildung von geeigneten Herdenschutzhunden in einem Wolfsgebiet gefördert. Die Bagatellgrenze für die Förderung von Präventionsmaßnahmen beträgt 200 € Zuwendung.

Wo ist der Antrag zu stellen?

Die Antragsunterlagen sind bei der Bezirksregierung Arnsberg, Dezernat 51 – Natur- und Landschaftsschutz einzureichen für die im Regierungsbezirk Arnsberg befindliche Pufferzone. Die Pufferzone umfasst den Kreis Siegen-Wittgenstein (Bad Laasphe, Freudenberg, Hilchenbach, Kreuztal, Netphen, Siegen, Burbach, Erndtebrück, Neunkirchen und Wilnsdorf) sowie im Kreis Olpe die Gemeinde Wenden.

Für die Bereiche im Oberbergischen Kreis und im Rhein-Sieg-Kreis ist die Bezirksregierung Köln zuständig.

Wann ist der Antrag zu stellen?

Der Antrag auf Billigkeitsleistung ist innerhalb von sechs Monaten nach Mitteilung der amtlichen Feststellung, die durch das LANUV erfolgt (ACHTUNG: Meldung des Vorfalls an das LANUV innerhalb von 24 Stunden ab Kenntnisnahme) und in der der Wolf eindeutig als Verursacher festgestellt wurde oder mit hoher Wahrscheinlichkeit als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann, zu stellen.

Der Antrag auf Übernahme der Präventionsmaßnahmen ist vor Beginn der Präventionsmaßnahme, das heißt vor Ausschreibung und vor Auftragserteilung, zu stellen.

Welche Rechtsgrundlage besteht?

Richtlinie über die Gewährung von Billigkeitsleistungen und Zuwendungen zur Minderung oder Vermeidung von durch den Wolf verursachten wirtschaftlichen Belastungen „Förderrichtlinien Wolf“ vom 3. Februar 2017 in der Fassung vom 06.03.2019 in Verbindung mit § 44 LHO und den Verwaltungsvorschriften (VV) für Zuwendungen an den außergemeindlichen Bereich ANBest-P.


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