Wertekonferenz 2020

Solidarität neu lernen.
Wertorientierung als Zukunftsfrage.
Eine globale Herausforderung.


Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihre Gesundheit ist uns wichtig. Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Pandemie haben wir daher die Entscheidung getroffen, die Wertekonferenz abzusagen. Wir hoffen, dass wir die Veranstaltung je nach Lage nachholen können.
Aktuelle Informationen finden Sie dann auch auf dieser Website.

Solidarität neu lernen.

Wertorientierung als
Zukunftsfrage.

Eine globale
Herausforderung.



Die Corona-Pandemie gibt nach wie vor den Takt vor: Uns erreichen minütlich neue Informationen, Regelungen und Meinungen – von Politiker*innen, Virolog*innen, Mediziner*innen, Expert*innen und Verschwörungstheoretiker*innen. Vielen fällt es schwer, da den Überblick zu behalten, seriös von unseriös zu unterscheiden und die Motivationen und Intentionen der einzelnen Quellen nachzuvollziehen. In Krisenzeiten blühen Verschwörungstheorien: wer suggeriert uns, dass wir Opfer des Systems, der Wirtschaftsmächte, der Weltregierung sind?

Die Ausbreitung eines neuartigen Virus hat wie ein Kontrastmittel die verletzten und verletzbaren Teile der Basis unseres kommunalen, nationalen und globalen Zusammenlebens offenbart. Die Welt wird mit und nach Corona eine andere sein, dessen sind wir uns trotz aller „Lockerungen“ bewusst. Die entscheidende ethisch-gesellschaftspolitischen Fragen scheinen zu sein: Wie wollen wir nach der Corona-Krise bzw. mit dem Corona-Virus leben? Worin soll dieser Fortschritt bestehen? Und wie können wir dahin kommen?

Zugleich mit den gefeierten nationalen Erfolgen stellt sich die Herausforderung europäisch-globaler Verantwortung: Wir leben in der einen Welt und können uns nicht dispensieren, dass wir von den Nöten der anderen nichts gewusst haben. Wie können nationale Egoismen überwunden und supranationale Institutionen und Initiativen gestärkt werden? Dazu braucht es Vorbilder, Global Leadership - und entsprechende Förder- und Trainingsprogramme. Leadership muss jedoch auf ethischen Werten fußen, wenn es um das Wohl aller Menschen und des Planeten geht.

Gleichzeitig mit den Lockerungen in der Pandemie wird der Ruf nach Fairness und Gerechtigkeit lauter, die je nach persönlichem Standpunkt und subjektivem Empfinden eine andere ist. Oder hat Fukuyama doch recht, dass wer immer sich (subjektiv) in der "Opferrolle" wähnt, den moralischen Anspruch erhebt, im Recht zu sein - was ihn oder sie subjektiv zu Verweigerung, zivilem Ungehorsam, Aggression, Gewalt berechtigt?

Fragen nach dem Zusammenleben, des Wirtschaftens, der Digitalisierung, des Arbeitens, der Aufklärung, der Gleichberechtigung werden neu gestellt. Die Antworten sind so divers und offen, wie es die Menschheit ist. Zwischen rückwärtsgewandten nationalistischen Bestrebungen und entgrenzter Liberalisierung verhärten sich gerade die Fronten. Klar ist, die Extreme liefern keine echten Antworten. Doch worauf können wir uns einigen? Woran wollen wir uns in Zukunft orientieren? Welche Werte werden jetzt wichtig? Was müssen wir jetzt lernen?

Auf der 12. Schwerter Wertekonferenz werden ausgewählte und hochkarätige Speaker*innen Antworten auf diese Fragen geben und Wege für die Zeit mit und nach dem Corona-Virus geben.

Speaker*innen


Prof. Dr. Franz-Josef Bormann,
Katholisch-Theologische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen
Mitglied des Deutschen Ethikrates

Prof. Dr. Franz-Josef Bormann

Professor Franz-Josef Bormann ist Katholischer Moraltheologe und Mitglied des Deutschen Ethikrates. Er wurde 1965 in Hildesheim geboren. Von 1984 bis 1991 studierte er Philosophie und Katholische Theologie in Frankfurt, München und Rom. An der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Georgen wurde er 1998 zum Dr. theol. promoviert. Zwischen 1999 und 2005 war er Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Systematische Theologie an der Universität Freiburg im Breisgau, wo er 2005 habilitiert wurde. Von 2005 bis 2008 hatte er den Lehrstuhl für Moraltheologie und Ethik an der Theologischen Fakultät Paderborn inne. 2008 nahm er den Ruf auf den Lehrstuhl für Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen an.

Seit 2010 ist er Mitglied der Zentralen Ethikkommission bei der Bundesärztekammer (ZEKO) und seit 2016 Mitglied des Deutschen Ethikrates. Dort engagiert er sich insbesondere in Grundfragen rationaler Moralbegründung, Zeitgenössische Gerechtigkeitstheorie und Medizinethische Konflikte am Lebensanfang und Lebensende.



Katharina Nocun
Wirtschafts- und Politikwissenschaftlerin
Bürgerrechtlerin und Publizistin

Katharina Nocun
CC BY Miriam Juschkat

Katharina Nocun ist Wirtschafts- und Politikwissenschaftlerin.

In ihrer Arbeit setzt sie sich mit dem Spannungsfeld Digitalisierung und Demokratie auseinander. In ihrem Blog kattascha.de und ihrem 2020 für den Grimme-Online-Award nominierten Podcast Denkangebot analysiert sie die Auswirkungen neuer Technologien für die Gesellschaft.

Ihr erstes Buch "Die Daten, die ich rief" erschien 2018, 2020 folgte (gemeinsam mit Pia Lamberty) der Spiegel-Bestseller "Fake Facts. Wie Verschwörungstheorien unser Denken bestimmen”.

Termin/Ort


Kath. Akademie Schwerte
Foto: © Kath. Akademie Schwerte

Kath. Akademie Schwerte
Bergerhofweg 24
D-58239 Schwerte

Die Wertekonferenz ...



… ist eine jährlich stattfindende Veranstaltung, die von verschiedenen regionalen Stakeholdern (Kirchen – vertreten durch die Kath. Akademie Schwerte, mittelständischen Unternehmen – vertreten durch den Unternehmensverband Westfalen-Mitte, Vertreter*innen der Hochschulen sowie der Bezirksregierung Arnsberg) getragen und unterstützt wird.

… hat das Ziel, aus der Zukunft heraus zu denken und damit Orientierung anzubieten, um neue Haltungen, Ideen und Organisationsformen anzuregen. Insbesondere durch die Veränderungen aufgrund der diesjährigen Corona-Pandemie, aber auch aufgrund von Populismus und sich überschneidender destabilisierender Probleme (wie Klimawandel, Automatisierung der Produktionsprozesse, Renationalisierung) bedarf es neuer Orientierung und eines damit verbundenen Willens zur Zukunft, der Imaginationsschwäche und Negativismus überwinden hilft und gesellschaftliche und politische Vorstellungskraft stärkt.

… dient durch Begegnung und Austausch von Akteur*innen der Verknüpfung der Teilregionen im Regierungsbezirk Arnsberg – bestehend aus Südwestfalen (Sauer- und Siegerland) und östliches Ruhrgebiet (Dortmund, Bochum u.a.).

Fotos der Wertekonferenz 2019